angegriffen, und es kam hier zu eiNdm neuen blutigen Gefechte,die Batterien waren von beiden Seiten ganz nahe aufgefahren,ein kreuzendes Feuer der preußischen Batterien unterstütz» denAngriff, und ein kreuzendes Feuer suchte ihn abzuwehren. DerFeind hatte dabei den Vortheil, daß seine rechts von dem DorfeStarsiedel aufgefahrneu Batterien den Angriff der Verbündetenvon dieser Seite bestrichen. Den Preußen gelang es durch einenFrontal-Angriff in das Dorf einzudringen, indessen sie konnten Isich gegen das heftige Kleingcwehrfeuer des Feindes auS den Hätt- !fern nicht behaupten, und sie mußten das Dorf verlassen.
Es ließ nun der Kaiser Napoleon, wohl einsehend, daß dieseL Dörfer des Zentrums der Schlüssel zu seiner Position waren,und ihr Besitz über den Gewinn der Schlacht entscheide, dasCorps des MarschailS Ncy durch die Division Bonnet (vom ,6ten Corps) verstärken. Diese neuen feindlichen Streitkräfte rück»ten heran. Schon waren die preußischen Bataillone sehr ge-schwächt, und neue Unterstützung nicht mehr vorhanden; die letztenAnstrengungen wurden gemacht, die Gräben mit denen das Schlacht» ^selb durchschnitten ist, füllten sich mit den Leichnamen der Kämpfen« §den, aber die theuer erkauften Dörfer Starsiedel, Kaja und Groß-Görschen konnten länger nicht behauptet werden. Es rückte nundas 2te russische Infanterie-Corps (des Gen. Prinzen Wirtem«berg) auf den preußischen rechten Flügel heran; es unterstütztenicht allein in gefahrvollen Augenblicken die preußische Linie aufLas kräftigste, sondern umging auch den Feind auf seinem linkenFlügel, und nöthigte diesen dadurch, die mehr genannten Dörfernochmals aufzugeben. Da rückte das preußische tapfere KriegS«Heer, von freudiger Hoffnung neu belebt, sowohl das Fußvolk alsdie Reiterei, aufs neue über den Graben vor, und schon war esmehr als bloße Hoffnung, beinahe schon Gewißheit, man werdemit Muth und Ausdauer den Sieg erkämpfen. — Doch da rückte,so wie damals, als Gustav Adolph für Deutschlands Freiheit aufdieser Ebene bei Lühen kämpfte und siel, schon als der Abenddunkelte, und die blutige Entscheidung nahe war, Pappenheim mitseiner Reiterei, jetzt der Vice-König von Italien auf den Kampf-platz, und alle blutig erkauften Vortheile sind von nun an fürdie Preußen verloren. — Es war 7 Uhr am Abend, als derVice-König von Italien mit dem uten Corps des MarschallsMacdonald von Mark-Rünstedt her ankam, und auf Eisdorf vor-rückend, den rechten Flügel des verbündeten Heeres zu umgehenbedrohete. Es entstand hier ein neuer und der letzte entscheidendeKampf, denn der Prinz Würtemberg, welcher mit seinem CorpSdurch Eisdorf marschirte, um die linke Flanke der Schlachtord-nung des Feindes zu umgehen, stieß bei diesem Dorfe auf dasvorrückende ihm weit überlegene feindliche Corps, er wurde nunselbst überflügelt. Auch hier gehörte der erprobte Heldenmuthdes jugendlicher» FührerS,, der in seinem Leben mehr Schlachtenals Jahre seines Alters zählt, und der tapfern russischen Trupp"!Ausdauer dazu, nicht um zu siegen, sondern nur um das Gleich«gewicht im Gefechte zu halten.