Band 
Erster Theil.
Seite
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Eü war dieser neue lebhafte Angriff des Feindes um so ge-fährlicher und entscheidender, als nur noch wenig frische Truppenjur Unterstützung vorhanden waren; dennoch behauptete man dieeroberten Dörfer, »rotz allen heftigen Angriffen des Feindes, dieer mit seinem zahlreichen Geschütz unterstützte, bis das Zte oderrussische Grenadier-Corps, von dem Gen. Kanownizin befehligtund 2o Kanonen der russischen Reserve-Artillerie, theils hinterdem rechten Flügel, theils in die eroberten Dörfer als Unter-stützung herbeirückten. Aber es war der Feind von Eisdorf ausauf dem rechten Ufer des Floßgrabens heruntermarschirt, undhatte schweres Geschütz und einige Haubihbattcrien in der rechtenFlanke des verbündeten Heeres aufgestellt, die durch ein wohl un-terhaltenes kreuzendes Feuer die Schlachtlinie des verbündetenHeeres bestrichcn, was besonders der im Hintertreffen stehendenReiterei sehr nachtheilig war; auch hemmte diese Aufstellung desFeindes in der rechten Flanke des verbündeten Heeres jeden Ver-such zu einem Vorrücken — und man kämpfte von jetzt an aufder verbündeten Seite schon nicht mehr um zu siegen, sondernum sich zu behaupten.

Da ließ noch der Kaiser Napoleon, weil nun der Augenblickder Entscheidung und der Entkräftung seiner Gegner gekommenwar, nach seiner gewohnten Weife, die alten Garden und alleReiterei, so wie go Stück Geschütz grade auf das Dorf Kajaanrücken, sie stürmten und eroberten es, später auch Rahno undGroß - Görschen. Das verbündete Kriegsheer stellt jetzt seinenrechten Flügel gegen Hohenlohe, das Zentrum hinter Klein-Gör-schen, und den linken Flügel gegen Muschwitz auf, die vorgerückterussische Reserve-Artillerie, und alle Artillerie des verbündetenKricgSheereS unterhielt ein sehr lebhaftes Feuer und schützte dieschwankenden Linien — die Nacht brach endlich herein.

Die russischen Reserve-Truppen waren bereits alle in dasGefecht geführt, und seit 7 Uhr des Abends standen selbst dieBataillons Garde-Infanterie schon im Kanonenfeuer zur Un-terstützung bereit.

Die Monarchen hatten sich gleich dem Kronprinzen und aller»Prinzen des preußischen Hauses, während dem Gefecht, so wie sienicht sollten in den Dörfern Groß- und Klein-Görschen persönlichder größten Gefahr ausgesetzt, und waren jetzt um c, Uhr Abends

der Reserve auf dem Berghügel, vor dem Dorfe Werbenn"t den Heeresführern umgeben, als die Nachricht kam, daß dieStadt Lejpzjg vom Feinde besetzt sey, der auf den Strcißcn nachDorne, Eilenburg und Würzen schon vorgerückt seyn solle, daß derFeind die.Dörfer Kaja, Rahno und Groß-Görschen erobert, undsie behauptet; und auf Befragen antwortete der' Gen- Iermoldw,'als Chef der russischen Artillerie, daß er das Kriegsheer morgennicht mit frischer Munition werde versehen können, weil bei denangestrengten Märschen von Dresden hierher, der Munitionsparkmcht habe nachfolgen können. So wurde die neunte' Abendstundedieses TageS in der Weltgeschichte entscheidend.

Noch führte man g EsquadronS der preußischen Reserve,