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welches am Morgen dem verbündeten Kriegsheere bei Poserne ,n der !Flanke stand, benutzte seinen Vortheil nicht, sondern es schloß sichals rechter Flügel dem Corps des Marschalls Marmont an, undverlängerte die lange Schlachtlinie; es ließ sich mit jenem denganzen Tag kanonircn, und von nicht mehr als vielleicht 12,000 lMann beschäftigen. Das Corpü des Divisions-Generals GrafenLaurision, das schon Nachmittag in Leipzig einrückte, detaschirtenicht, so wie es konnte, auf dem rechten Ufer der Pleiffc in demNucken des Feindes, sondern bliebe die Maßregeln der eigenen ,Sicherheit abgerechnet, ruhig stehen. Am Abend endlich mußtenauch noch die alten Garden und alle Reiterei und das Reserve-Geschütz heranrücken — und mit Einbruch der Nacht überließen ^die verbündeten Truppen solcher Uebermacht die Dörfer. -
So also hatte der Kaiser Napoleon keine entscheidende Schlachtgewonnen, vielmehr mit einem doppelt so zahlreichen Kriegsheerc, ^sich nur mühsam behauptet, nur die Schlacht nicht verloren, dieer bei änderet» Benehmen, leicht sehr entscheidend hätte machenkönnen. Wo zeigten sich hier seine gerühmten Feldherrntalente,wo ist hier mit dem Vortheil der sehr überlegenen Streitkräfte,eine des Feldherrn wie der Kriegeskunst würdige Bewegung aus-geführt worden? Zn jener Schlacht vor hundert Zähren, als aufdemselben Boden, der große Gustav Adolph mit dem berühmtenWollenstem kämpfte, und die Feldherrn Bernhard von Weimarund Pappenhelm nur untergeordnete Heertheile befehligten, warder Kampf würdiger in Hinsicht auf die Kunst, durch ihn wardsie mit entwickelt.
Die Handlungsweise des Kaisers Napoleon war auch hier diealte, in der er sich in allen Schlachten, so ziemlich gleich geblie-ben ist; immer hält er seine zahlreichen Truppcnmaffen zusammen;einen Theil opfert er zum Angriff auf, an diesem läßt er denMuth des Feindes sich brechen, und nur im äußersten Nothfallunterstützt er diesen, den er preisgegeben; er sucht während dieserZelt die Punkte in der feindlichen Schlachtordnung auf, welchedurch die örtliche Lage die schwächsten, oder auf welche sein Ge-schütz vorzüglich günstig wirken kann, diese greift er gewöhnlich a>NAbend, wenn sein Feind ermüdet ist, und keine frische Unter-stützung!?-Truppen mehr hat, mit seiner gesammten Kraft an, hierläßt er beim ersten Angriff große Truppenmassen dicht hinter ein- ^ander folgen, so daß, wird die erste Linie zurückgeworfen, sie andie folgende anprallt, Tapferkeit, die Scham, und oft keine an-dere Wahl, machen die so zurückgeworfenen Trümmer mit betneuen Abtheilung vorrücken, wie viele Tausende dabei fallen, daSgilt ihm gleich, wird nur sein Zweck erreicht und der Feind über-wältiget. —
Es giebt in der Geschichte der Welt, unter den unzähligenSchlachten dennoch nur wenig?, wo ein Kriegsheer und jederEinzelne von so edlen Gefühlen ergriffen, für den allgemeinenZweck so persönlich kämpfe, als die tapfern preußischen Vaterlands-vertheidiger in den Ebenen von Lätzen. Es kämpfte hier keinKriegsheer gewöhnlicher Art, sondern es kämpfte die Blüthe