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Im Rache des Königs war Niemand, der durch große gei-stige Gaben oder durch einen bedeutenden Charakter einen beson-deren Einfluß hätte gewinnen können. — Der 81jährige Feld-marschall Möllendorf hatte zwar einen ungeschwächten Kör-per mitgebracht, aber sonst nur Spuren der großen militärischenGaben, die ihn im 7jährigen Krieg emporgebracht, und die sichbesonders in dem Gefecht bei Burkersdorf so glänzend erwiesenhatten. Eben so geschmeidig wie der Herzog, aber sehr viel ärmeran Geist, an Kenntnissen und Erfahrung, konnte er im Rachekeine entscheidende Stimme gewinnen.*) — Der GeneralPhull, ebenfalls ein Württemberger, war ein Mann von vielemVerstände und großer Bildung, aber ohne materielle Kenntnisse ineinem unfruchtbaren Grübeln befangen. Die Erscheinungen derneuern Kriegführung waren ihm unerkannt vorüber gegangen, undhatte er sich ein sehr einseitiges, dürftiges Kriegssystem ausgcdacht.In der Armee hatte er den Ruf von Genialität; beim Königewar er aber in dem Verdacht großer Verschrobenheit, und nichtmit Unrecht. — Der General Zastrow, ehemaliger General- undvortragender Adjutant des Königs, und im besondern Vertrauen
1) So wie der Herzog von Braunschweig und der Feldmarschall Möllen-dorf gab es mehrere alte Offiziere in der preußischen Armee, die dem An-scheine nach eine große leibliche Frische bewahrt hatten und deren Kriegs-erfahrungen man nach einem langen Frieden nicht glaubte entbehren zukönnen. Aber man bedachte nicht, daß diese Frische nur so lange erhaltenwurde, als nicht bedeutende geistige und körperliche Anstrengungen erfordertwurden, Anstrengungen, wie sie im Kriege, besonders im unglücklichen, jedenAugenblick verlangt werden können. Wenn dann der alte Körper schnellzusammenbrach und jede Thatkraft plötzlich erloschen war, so wunderte mansich, wie so ausgezeichnete, ruhmgekrönte Männer, so gar elendiglich endenkonnten. Es ist ein wahrer Jammer, daß die Erfahrung auch in solchenDingen nicht klug macht, und daß durch das Beibehalten greiser Offizieredie Ehre der treusten Diener aufs Spiel gesetzt wird. Wer bei Tage seine regel-mäßigen Mahlzeiten hält, und die Nächte in Ruhe schlafen kann, wird miteinem sonst geschonten Körper auch im hohen Alter bei mäßiger Thätigkeitlange in großer Rührigkeit erscheinen; der Krieg liebt aber die Unregel-mäßigkeit, die Nachtwache, bringt große Sorgen, gewaltige Aufregungen,und dazu gehört die ganze Fülle männlicher Kraft, um sich dennoch oben zuerhalten. Männer, wie der alte Blücher, sind nicht aller Orten zu finden.