Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
176
JPEG-Download
 

176

fand alle Ausgänge vom Feinde besetzt, und ein Versuch, durchdas Böhmische zu marschiren, wurde zurückgewiesen. Die Schwa-dron kehrte daher nach Tuntschendorf zurück, nachdem durch dentiefen Schnee, durch das Passircn der zu reißenden Strömen an-gewachsenen Gießbäche die Pferde auf das Aeußerfte ermüdet, undmehrere Mannschaft durch den Sturz in Gebirgsschluchten ver-loren gegangen war. In Tuntschendorf traf man die Schwadro-nen Eisenschmidt, Köckritz und Klinggräf, welche ebenfalls nichtwußten, wohin sie sich wenden sollten. Der Gutsbesitzer GrafGötzen auf dem benachbarten Scharfeneck hatte sich erboten, dieSchwadronen auf einem noch unbesetzten und dem Feinde unbe-kannten Wege persönlich zu führen; der Rittmeister Eisenschmidthatte indessen geglaubt, den eingezogenen Nachrichten von der Un-möglichkeit des Durchkommens mehr trauen zu müssen, hatte sichnach dem Ocstreichischen gewandt, war dort abgewiesen worden,und als der Rittmeister Schmiedeberg eintraf, wurde nun berath-schlagt, was weiter zu thun sei. Man entschloß sich endlich, mitallen 4 Schwadronen nach Landeck zurückzukehren, von dort überdas Gebirge längs der östreichischen Grenze nach Obcrschlesienzu marschiren, um durch Neu-Schlesien und Südpreußen dieHaupt-Armee zu erreichen. Der Entschluß wurde sogleich aus-geführt, und in Landeck angekommen, setzten die Schwadronen so-gleich den Marsch weiter fort, passirten auf einem Fußsteige zwi-schen Reichenstein und Johannisburg das Reichensteiner Gebirge,und erreichten nach unsäglichen Beschwerden glücklich das DorfKöpernig bei Neiße. Als der Rittmeister Eisenschmidt daselbsterfuhr, daß starke bayersche Abtheilungen von dem Blokadekorpsvon Kosel die Hotzenplotz bei Ober-Glogau und Deutsch-Rassel-witz besetzt hätten, gab er es um so mehr auf, den Marsch nachSüdpreußen anzutreten, als die Nachricht von einer gewonnenenSchlacht bei Pr. Eylau eine baldige günstige Aenderung der Dingeerwarten ließ.

Am 13. Februar Abends waren allmälig abermals 4 Schwa-dronen unter dem Rittmeister Schill nach Tuntschendorf gekom-men, wo sie die Nachricht erhielten, daß der Feind sich in derGegend von Neurode und Königswalde noch bedeutend verstärkt