689
Engländer, die ihre Kräfte nach dem Orient gerichtet hatten,nichts unternehmen würden, und mithin auch die Division Gran-jean zureichend sein würde, die Einschließung von Stralsund fort-zusetzen.
L-omit verließ der französische Marschall am 29. März be-reits sein Hauptquartier Milzow vor Stralsund und marschirteüber die Inseln nach Kolberg, wo er, wie bereits berichtet wor-den, am 5. April eintraf.
Der General Essen war sehr bald von dem Abmarsch desMarschalls unterrichtet worden, und bereits am 1. April brach ermit c. 5000 Mann in 2 Kolonnen zum Angriff vor, in der Ab-sicht, nicht nur die feindliche Kontravallationslinie zu sprengen,sondern auch wo möglich die Franzosen aus Schwedisch-Pommeruzu vertreiben. In wie weit die seit Anfangs März mit Kolbergangeknüpften Verbindungen und die Versprechungen Schill's dieHoffnungen auf eine Kooperation der Preußen rege gemacht unddiese dazu beigetragen haben, die Schweden zur Offensive zu be-wegen, mag dahingestellt bleiben.
Der General Dejean verließ, beim Verbrechen der schwedi-schen Kolonnen, alsbald die Vcrschanzungen im Westen und Sü-den der Stadt, und zog sich nach einigem Gefecht bei Lüssowund bei Lüdershagen nach Voigthagen zurück, wo er seine Divi-sion vereinigte. Die schwedischen Kolonnen des linken Flügels,5 Bataillone — 1750 Mann — etwa 350 Jäger, 20 Drago-ner und 7 Geschütze fahrender Artillerie, unter Leitung des Ge-nerals Armfelt und dem Kommando des Generals Vegesack, griffdie Front der feindlichen Aufstellung bei Voigthagen an, währenddie Kolonne des rechten Flügels, 4 Bataillone — 1450 Mann— 300 Jäger, 8 Schwadronen Husaren und 4 reitende Ge-schütze unter der Leitung des Generals Essen und dem Kom-mando des Generals Tavast, die linke Flanke umging. Voigt-hagen wurde erst nach einem hartnäckigen Widerstand von denSchweden genommen, worauf der General Granjean, der nun-mehr auch die Verschanzungen seines rechten Flügels räumte, sei-nen linken Flügel zurücknahm und eine neue Aufstellung zwischenVoigthagen und Teschenhagen nahm. Der Oberst Kardcll, mit einer
ÏV. 44