Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
691
JPEG-Download
 

691

lichen Besatzung nach dem Mecklenburgischen. Der kommandi-rende Offizier derselben mit 127 Holländern wurde nach kurzerGegenwehr gefangen genommen; die weiter folgenden Husaren-Abtheilungen brachten noch viele Gefangenen ein; in Dargunwurden deren allein 168 gemacht. Der Oberst Ccdcrström hattedem Feinde 2 Offiziere, 207 Mann und eine Menge Bagageabgenommen; 150 Kranke waren zurückgelassen worden. — DerGeneral Armfelt folgte von Grcifswalde den Franzosen auf An-klam und nahm den Ort nach lebhaftem Gefecht, ließ die Fran-zosen, die fich auf Uckermünde zurückzogen, durch den OberstenKardell verfolgen und marschirte selbst auf Ferdinandshof, wo-durch der General Granjean, für seine Flanke besorgt, den Rück-zug auf Stettin fortsetzte, wo er am 7. April eintraf, und seinesehr geschmolzene Division sammelte.

Napoleon hatte bereits am 7. April in Finkenstein Meldungvon dem Ausfall der Schweden erhalten und befahl unterm 7.und 11. April, daß der M. Mortier mit dem 72. Linien- undeinem italienischen Jnfanterie-Regt., dem 2. holländischen Küras-sier-Regt. und 2 Chasseur -Schwadronen von der Blokade vonKvlberg abrücken, fich in Stettin mit den Truppen des GeneralsGranjean vereinigen und das 6., 7. und 8. provisorische Jnfan-terie-Regt. ') daselbst an sich ziehen solle, wozu der Gouverneur derMarken, General Clarke, noch das 15. Linien- und das 3. und5. provisorische Jnfanterie-Regt. und so viel Kavallerie stoßenlassen würde, als in den Depots zu Potsdam disponibel gemachtwerden könnte, während auch das 7. Linien-Jnfanterie-Regimentvon Posen nach Stettin aufbrechen solle. Der Marschall solltealsbald die Schweden über die Peene zurückwerfen,, sie verfolgen,dann aber in die Aufstellung hinter die Peene wieder zurück-gehen, daselbst Brückenköpfe arbeiten, und die allmälig eintreffen-den Verstärkungen abwarten. Zunächst sollte der Marschall Ber-lin sichern, sich bei Pasewalk oder Friedland versammeln. Immer

i) Regimenter, die wohl aus den nachgesandten Ersahmannschaftenvieler Regimenter der Armee formirl worden waren, und die sich beim Ein-lreffen bei der Armee auflösten.

44 *