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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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vor Greiffenhngen und bei Breitcnfeld. Die Compagnie,welche an diesen beiden Orten 120 Mann zählte, hatte beiLätzen nnr 109 Mann. 1648 waren Regimenter vorhanden,welche 100 Mann zahlten, obschon die Offiziere für 1600 Mannper Regiment vorhanden waren. 1625 errichtete der Königeine Landmiliz*), welche nach dem Entwürfe aus 17 Regi-mentern, 8 zu Pferd und 9 zu Fuß, bestehen sollte, jedochnach sehr kurzer Zeit auf 28 Regimenter sich verstärkte. DieCompagnie, 500 Mann stark, hatte einen Hauptmann undeinen Lieutenant. Sie rekrutirtcn sich gleich den National-Regimentern und waren in den Provinzen des Reiches ver-theilt, von denen sie verpflegt wurden; gekleidet wurden sievon dem Könige. Die Besoldung, welche sehr gering war,geschah gleichfalls von dem Könige; so erhielt der Haupt-mann jährlich nnr 36 Thaler und der Musketier 12 Thaler.

Eine Gattung leichter Infanterie, welcher sich schonKarl IX. während eines Winterfeldzugeö bediente, waren diesogenannten Schneeschuhläufcr (Sliisiloporv). Sie trugen 5 Fußlange und 1 Fuß breite Schneeschuhe und thaten den Polen,sowohl Reiterei als Fußvolk, viel Abbruch, indem die Polenwegen des hohen Schnees nicht fortkommen konnten.

Im polnischen Feldzuge vom Jahre 1627 geschieht unterden stoischen Schaaren, welche unter Gustav Horn die Ver-

*) Jede Provinz unterhielt eine beträchtliche Anzahl regulärerTruppen, denen ein jetziger Leser den Namen der Mtltz, oder eine andereihm beliebige Benennung, geben kann. Als z. B. das eigentliche Schwe-den und Gothland hilt meistentheils 16,000 Mann Fußvolk und 5500 Reu-ter auf den Beinen. Diese alle wurden zwar von ihrer eigenen Provinzverpflegt, aber doch vom Könige gekleidet: sie bekamen auch noch einenmonatlichen Sold von ihm, und waren frei von allen Abgaben. Diesekriegerische Verfassung und Einrichtung kostete, zn Friedenszeiten, wirklichaußerordentlich wenig. Denn obgleich jede Compagnie Fußvolk wenigstensanS 500 Leuten bestand; so hatte sie doch nicht mehr als einen Hauptmannund einen Lieutenant, die ihre Equipage und Unterhalt von der Gütigkeitdes Königs erhielten. Der Hanptmann hatte ein Jahr gegen 36 Thalerzu seinem Gehalt, und ein gemeiner Musketier monatlich einen Thaler.Harte. Das Leben Gustav Adolfs des Großen von Schweden. I. S. 292.