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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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theidigung Lieflands verstärken sollten, der Bogenknechte*) (Bo-genschützen) Erwähnung, woraus hervorgeht, daß der Bogenzu Gustav Adolf's Zeiten noch nicht völlig abgeschafft war,abschon bet dem dänischen Kriege der Soldat fast allgemeinmit der Muskete bewaffnet war und sogar der Reiter sie an-genommen und die Lanze abgelegt hatte. Im deutschen Kriegegeschieht nirgends Erwähnung von Bogenknechten, sie scheinendaher kurz vor AuSbruch dieses Krieges abgeschafft oder nurzur Landes-Vertheidigung verwendet worden zu sein.

Der Stab eines jeden Infanterie-Regiments bestand aus1 Oberst,

1 Oberstlieutenant,

1 Obristwachtmeister (Major),

1 RegimentSquartiermeister, welcher zwischen dem Major unddem Hauptmann rangirte,

1 Secretair mit seinen 4 Schreibern,

1 Feldgeistlichen,

4 Chirurgen,

1 Regimentstambour,

1 Profoß mit seinen Gehilfen,

8 Marketendern.

Die Compagnie zählte:

1 Hauptmann,

1 Lieutenant,

1 Fähndrich,

1 Feldwebel,

1 Sergeant,

1 Rüstmeister,

*) Im Jahre 1628 befanden sich bei der Armee des Königs 3000Bogenschützen. Nach Harte's Muthmaßung waren dieselben vielleicht zu-sammengelaufene Haufen Barbaren, die aus andern Diensten zu denSchweden übergegangen und an den Gebrauch anderer Waffen noch nichtgewöhnt waren. Daher läßt sich ganz natürlich denken, daß sie der Königblos deswegen angenommen, weil er sie nicht wol abwelsen konnte. Harte,Leben Gustav Adolf's des Großen. I. 161.