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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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1 Former,

1 Führer,

1 Musterschreiber,

6 Korporale,

18 Rottmeister,

3 Tambours und144 Gemeine*).

Der Obcrstwachtmeister befehligte seine Compagnie selbst,der Oberst und der Oberstlieutenant aber hatten jeder einenCapitain-Lieutcnaiu. Der Etat des Regiments bei acht Com-pagnien bestand demnach aus 5 wirklichen Hauptleuten, 2Capital»-Lieutenants und 6 Lieutenants.

Die große Ucberlegenheit des FeuergewehrS über dieandern Waffen, bewog den großen König schon im diplo-matischen Feldzuge von 1626 die Musketen so zu erleichtern,daß sie ohne Gabel gebraucht werden konnten. An die Stelledieser Gabeln traten die Schweinsfedern**), auch Pinnen ge-nannt, welche mit großem Vortheil gegen die furchtbare Rei-terei der Polen gebraucht wurden. Im deutschen Kriegescheinen sie außer Gebrauch gekommen und dem Heere nurnachgefahren worden zu sein, um sie bei Verschanzungen zugebrauchen. Diese Pinne war so lang und stark als derSchaft eines Webelspießes, hatte vorn eine zwei Spannenlange eiserne Spitze und hinten einen Stachel, welcher in dieErde gestoßen wurde, so daß die Spitze gegen die Brust desPferdes stand und dem Musketier erlaubte, über die Pinnehinweg zu feuern.

*) Nach dem tsblssu militsir« bei Francheville, welches der In-genieur Schildknecht citirt, waren unter diesen 144 Mann, die 18 Rott-meister und 6 Korporale mit Inbegriffen.

**) Die invsnei» der Schweinsfedern, wiewol die Königliche Schwe-dische Armee im teutschen Kriege solche nicht geführet, hatt dem Königeüber der Polen grosse »nd kurisuss cnvslieris eine gute n6vsnta8ogegeben. Chemnitz. I. 475.