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schritte machen, ohne sich nach und nach derNieder - Weser, Elbe und Oder zu versichern,worüber er sich den König von Dänemark unddie Holländer zu Feinden machen würde, sobaldihr Handel darunter litte.
7) Im Fall der Offensive würden zwei Armeen nö-thig sein, die eine um Schweden nöthigcnfallSgegen die Dänen und Russen zu vertheidigen,die andere zur Offensive in Deutschland. Dieletztere könne nicht wohl unter 5000 Mann In-fanterie und 9000 Mann Cavallerie betragen,weil es nicht rathsam sei, mit zu wenig Trup-pen zu landen, wobei man Gefahr liefe, gleichAnfangs vernichtet zu werden, ehe man noch ir-gend eine Stütze in seinen Eroberungen odergeschlossenen Verträgen gefunden hätte.
8) Könne man sich bei der politischen Auflösung,worin sich Deutschland befinde, und den Umstän-den, welche in den übrigen Reichen obwalteten,auf keinen sichern und kräftigen Beistand derBundesgenossen verlassen.
Unstreitig ist nie eine Meinung für den Vertheidigungs-krieg mit bessern Gründen unterstützt worden. Um so begie-riger ist man, die Gründe zu hören, welche, siegreich gegendie oben angeführten aufgestellt, mit Recht für die Offensiveentschieden.
Der König führte zu Gunsten des Angriffs*) haupt-sächlich Folgendes an:
*) ,,3ch vernehme eure Meinung, — schreibt er den 5. März 1629daß man mit einem bsllum oikensivum in Preußen fortfahren solle unduns einzig durch Stralsunds Garnison und Flotte gegen Wallenstein zuvertheidigen, wie auch mit der Flotte Wallensteins Schiffe in den Häfenzu zerstören. Ich kann dieser eurer Meinung nicht beipflichten. Dennwie ich aus allen euren Briefen entnehme, ist Preußen nunmehr so aus-gegeffen, daß, wenn irgend eine Heereömacht sich da sammeln sollte, sie
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