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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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1) Die Reichsstädte und einige andere deutsche Pro-vinzen und Staaten, welche noch wenig gelittenhatten, würden Jedem, der zu ihrer Befreiungerschiene, ihren Beistand nicht versagen. DaSInteresse, welches auswärtige Mächte daran neh-men müßten, den Kaiser von seiner Uebermachtheruntergebracht zu sehen, sei zu groß, um nichtvon ihnen einen thätigen Beistand erwarten zudürfen. Eben diese Betrachtung beruhige übereinen Angriff auf Schweden, der wenigstensvor der Hand dadurch sehr unwahrscheinlichwürde.

2) Der Mangel mache in Preußen eine jede Unter-

keinen andern Felnd als den Hunger bedürfte- NeberdicS kann auchder offensive Krieg in Preußen ohne meine Gegenwart nicht leicht geführtwerden, und diese Zeit will nicht recht zugeben, daß ich mich von der Ost-see und der Flotte weit entferne. Weshalb ich statuire, daß man inPreußen im künftigen Jahre einen defensiven Krieg führen müsse, wozuich hoffe, daß sich Mittel finden werden, wenn anders der Zoll in Pillausein clsvoir thut. Ferner in Betreff der Meinung in eurem Briefe, daßman den Krieg in Deutschland besser defensiv führen könne, und gleichwie unsere Vorfahren die russische Herrschaft in Liefland durch die StadtReval gebrochen, wir auch dasselbe mittels Stralsunds gegen den Kaiserthun könnten: so ist das wohl ein klares Erempel, aber die Umstände finddurchaus dagegen. Denn der Russe hatte keinen Kahn, womit er uns zurSee Hütte schaden können, und keinen Mann, der sich auf die See ver-stand. Dagegen hat dieser Feind unzählige Mittel und Wege, Schiffs-ausrüstungen anzustellen, hat auch schon begonnen, sich zur See zu rüsten,und fehlt ihm, der die Herrschaft der Welt besitzt, nicht an Leuten, dieVerstand und Kunde zur See haben, so daß es unleugbar ist, daß, wennman ihm Zeit läßt, er uns überlegen wird- Was hülfe es uns, wennwir Stralsund behüten, der Feind aber Herr der See wäre? Ist auchnicht möglich in den Hüfen seine Schiffe mittels unserer zu zerstören;denn da, wo er seine Schiffe liegen hat, nach dem, was ich vom Königvon Dänemark vernehme, hat er sich so befestiget, daß man nicht an-kommt, ihm zn schaden. Weshalb, insofern man nicht zu Lande demFeinde die Häfen zu entwinden sucht, ich kein Mittel sehe, wie man indie Länge das Reich vertheidigen soll. 8e<lsm bslli muß man deshalbanders wohin als nach Schweden verlegen, denn wir sind nirgends schwä-