Buch 
Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
Seite
149
JPEG-Download
 

149

nehmung so schwierig, daß man einstweilen da-selbst gar keiner Armee bedürfe.

3) Die Sicherheit gegen eine Landung hinge vonder Aktivität der Flotte ab. Wäre diese ge-schlagen oder durch widrige Winde zerstreut, sosei eine Landung um so eher zu befürchten, alsdie Spanier zur See dem Kaiser Beistand lei-sten könnten.

4) Der Beistands welchen Schweden von andernMächten erwarten dürfte, hinge von dem Erfolgseiner Waffen ab. Eine kräftige Offensive, mit Glückdurchgesetzt, müßtedemKönig nothwendig eine MengeMittel an die Hand geben, den Krieg fortzusetzen.

chcr, als in Schweden- Ihr wisset selbst, wie weitschichtige Sträube, undwie viele Häfen wir zu besorgen haben. Was ihr sagt, daß auf keineMittel in Deutschland zu hoffen wäre, kann ich nicht durchaus leugnen;allein, wenn wir die Oberhand bekämen, glaube ich nicht, daß es da soleer sei, daß nicht irgend Hilfsmittel aufzufinden wären. Allenfalls machtSpenS mir Hoffnung, daß von England etwas zu erwarten wäre. Ca-merarius avtflrt uns, daß die Generalstaaten auf Erneuerung unseresBündnisses dringen. Die Hansestädte sind unschlüssig. Wenn irgendGlück von unserer Seite sich zeigt, ist an der Hilfe nicht zu verzweifeln. Das hat mich bewogen, mit allem Eifer darauf zu dringen, daß dieim Vorschlag describirte Armee auf die Beine komme; und, obwohl ihrmir ihre Geringfügigkeit vorhaltet und die zwei starken Armeen des Fein-des berühmet, so müßt ihr bedenken, daß die feindlichen Heere mit weitenDistrikten und vielen Garnisonen belästiget sind, die alls mit Mannschafterhalten werden müssen. Dazu bestehen des Feindes Sachen sehr in kam»,und, wo er d!,e Herrschaft auf dem Boden verlöre, ständen seine Sache»schlecht genug- llebrigcns ist auch das Heer'Tilly'S weit ab, so daß dasMeiste in Pommern gethan sein wird, ehe er pcrsuadirt werden kann, demWallenstein zu Hilfe zu kommen. Was sonst gethan oder nicht gethanwerden kann, weiß Gott allein, der den Willen zum Beginne, die Kraftzur Ausführung und das Glück zu gutem Ende mildrcich verleihen wird,wenn es zur Ehre seines heiligen Namens und zu unserer Sceligkeit ge-deihen kann; und mögt ihr «iinputaniio eher die Beschwerlichkeit cvinciren,als ich die Möglichkeit, weshalb ich, was ich auszurichten vermeine, lieberin der That, als auf dem Papiere beweisen will.

Geiser III. 151. 152. 153.