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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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5) Stralsund, ein für Schweden so unendlich wich-tiger Platz, um der Herrschaft willen auf dembaltischen Meere, und nach der deutschen Küste,ließe sich nur durch die Offensive erhalte».

6) Schweden müsse bei einem Defensiv-Kriege vielmehr leiden als bei der Offensive.

Diesen Gründen Gustav Adolfs fügten dieschwedischen Senatoren noch folgende hinzu:

7) Daß der Kaiser sich stets als Feind Schwedensgezeigt habe, und daß es also ein sehr wichti-ger Gegenstand der schwedischen Politik wäre,seine Macht zu schwachen.

8) Daß nicht blos Stralsund, sondern auch Wis-mar und die Insel Rügen sehr wichtige Be-sitzungen für Schweden sein würden, um denKaiser um so mehr von dem baltischen Meerezu entfernen.

9) Daß, sobald die Oesterreichs sich zu Herrn vonStralsund machten, die Holländer Alles anwen-den würden, es ihnen wieder zu entziehen, unddaß diese, im Fall sie darin glücklich wären, na-türliche Feinde von Schweden werden würden,welches nie zugeben dürfe, daß die Holländeran der baltischen Küste Etablissements bildeten.

10) Daß eine in Deutschland Verlorne Armee Schwe-

den in seiner Vertheidigung nicht wesentlichschwächen würde, weil dasselbe noch dreißig großeSchiffe und die Landmiliz übrig behielte.

11) Endlich daß Schweden, wenn es seine Mieten,die Protestanten und die Herzöge von Meklen-burg und Pommern, im Stich ließe, alle seineAchtung in Europa verlieren würde.

ES ist unmöglich, sich aller Bemerkungen über diesegegenseitigen Gründe zu enthalten:

Erstlich erstaunt man über die richtige und unbefan-gene Ansicht des schwedischen Senats und der Neichsversamm-