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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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lung, da man von Reichsversammlungen dergleichen gar nichtgewohnt ist. Dies deutet auf lichtvolle Köpfe unter deneinzelnen Gliedern und auf einen Geist des Ganzen hin,worin sich reiner Patriotismus und edler Nationalstolz auS-sprechen, und wodurch diese Versammlung noch der spätenNachwelt ehrwürdig wird.

Zweitens veranlaßt die obige Gegeneinanderstellungder Gründe für und wider die Offensive die Bemerkung, daßselten ein militärisches Naisomiement so fest in seinen Grund-,Pfeilern ruht, daß eS nicht verrückt und an seine Stelle einanderes Resultat gesetzt werden könnte. So siegreich auchdie Gründe für die Offensive scheinen, so möchte es doch inder That nicht schwer sein, aus ihnen auf eine'ähnliche Artwieder Gründe für die Defensive zu demonstriren. Doch ei-nige stehen ganz unumstößlich fest, vornehmlich der letzte: daßSchweden, wenn es seine Aliirten im Stiche ließe, alle seineAchtung in Europa verlieren würde. Wir sind daher ge-neigt, diesen Grund für einen der gewichtigsten zu halten.

Drittens halten wir uns überzeugt, daß die oben an-geführten Gründe für die Offensive das Wenigste zu GustavAdolfs Entschluß beigetragen haben; sondern daß das Be-wußtsein seiner Größe, seiner militärischen Talente, das Be-dürfniß nach großen Thaten, endlich der Ehrgeiz, kurz Allesdas, was in der politischen Welt den großen Mann aus-macht, ihn längst bestimmt hatten.

König Gustav Adolf, der nur 20,00V Mann mitge-bracht, hatte (1630) die große Idee, mit fünf Armeen*)

Zu dem Zwecke haben wir vor, nächstes Zahr verschiedeneArmee» zu bilden, nämlich so, daß wir mit einer Armee unter unserereigenen Leitung diese Kante der Ostsee maintenirten, während GustavHorn und Teufel mit zwei Armeen uns des llomimi über die Oder ver-sicherten, auf der einen Seite Brandenburg in Devotion hielten und aufder ander» in Schlesien eindringen könnten. Mit der vierten Armee iuMagdeburg (wo der Administrator schon 3000 Mann und einige hundertPferde hat) hoffen wir uns die Elbe zuschanzen zu können, und mittelsdieser und unserer eigenen Armee so Brandenburg, als Sachsen Lust und