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Als Gustav Adolph auf den Feldern bei Breitenfeldund am Lech das Heer der Liga ruinirt hatte, bliebdem Kaiser kein anderer Ausweg mehr übrig, als denHerzog von Friedland zu bewegen, zum zweitenmalc einHeer zu bilden, und das Generalat über dasselbe zuübernehmen. Im Januar 1632 schloß der kaiserliche Ab-gesandte Fürst von Eggenberg mit Wallenstein einen Ver-trag ab, dem zufolge sich letzterer verpflichtete, innerhalbdreier Monate ein Heer von 40—50,000 Mann dem Kaiserzur Verfügung zu stellen. Von nun an durchrann neueskriegerisches Feuer die kaiserlichen Erblande. DreihundertWerbebriese wurden an verschiedene Offiziere vertheilt, schnellsammelten sich um Wallenstein, als Grundstock des neuenHeereS, jene alten Obersten und Hauptlcute, die entwederschon seit dem Regensburger Reichstage mit ihm sich zurück-gezogen hatten und von ihm unterstützt auf bessere Tagewarteten; oder später, seit den kaiserlichen Fahnen keinGlück mehr folgte, nach Böhmen gekommen waren. Wallen-stein munterte die Vermöglichen unter ihnen auf, ihre Schätzezu öffnen, und durch Anwerbung von Compagnien, vonRegimentern sich dem Kaiser zu verpflichten, denn hundert-fältig, versprach er ihnen, solle das Aufgewandte wie-der ersetzt werden. In der That verkauften Viele Land-güter und fahrende Habe, um all' ihr Kapital in Soldatenzu stecken. Armen aber tüchtigen Hauptleuten streckte derHerzog selbst zu gleichem Zwecke große Summen ausseinen Schätzen vor. In allen Landen des Kaiserstaateswurde geworben, in Ober- und Unterbsterreich, in Schlesien,in Mähren, in Kärnthen, Steiermark, Krain. Auf denHeerstraßen, die freilich dadurch sehr unsicher wurden,begegnete der Wanderer Rekruten, Soldaten, und langenZügen von Kriegsvorräthen. Derselbe Eifer, welcher dieOffiziere belebte, ergriff auch, obwohl nur theilweise, dengemeinen Mann. Taufende von Reitern und Fußgängernsah man bewaffnet und ausgerüstet den alten Hoffnungs-fahnen zueilen, und durch die Haufen Volks, welches die