88
O
geringste Summe herabkäme für den man sie schaffen kann;dieß ist aber nicht der Hauptzweck den man sich vorsetzt;übrigens verschwindet dieser Vortheil gegen zahllose Nach-theile. Um der gewissenhaften Vollziehung der Verträge ge-wäbrt zu seyn, von der der Wohlstand, ja der Bestand derHeere und mithin dae Wohl des Staats selbst abhängt:muß man streben zu Unternehmern Männer zu haben, dieGeschlcklichkeit, Rechti'chaffenheit, Gewissenhaftigkeit, Zu-trauen, ja oft Reichthum besitzen. Das Verfahren derFeilbietuna gestattet keine Auswahl. Der erste beste wirddie Lieferung an sich reißen, wenn er einen Preist sich gefal-len läßt, der wegen seiner Wohlfeilheit Vortheilhaft ist.Es ist aber gar weit von da an bis zum Vollzug; und wenndiele nun ausbleibt, wie. kann ein Einzelner, den man deß-halb verantwortlich macht, ein so nachtheiliges Ercignißentschädigen. Will die Regierung vorsichtig handeln, somuß sie sich nicht der Gefahr aussetzen, dergleichen Vor-gänge zu erfahren. Die Gewahre, welche das gestellte Un-terpfand verschafft, würde blos scheinbar seyn, denn ichspreche hier von solchen Fällen, da ein Dienst aus andernUrsachen als wegen Mangel an Geld vernachlässigt wird,nehmlich durch die Gewissenlosigkeit, Treulosigkeit, oderUngeschicklichkeit des Unternehmers.
Ich unterstütze mein Vorbringen durch die Worte ei-nes achtungöwerthen Schriftstellers.
Du,,™* D’Aulnay in seinem Merk über die Verpsie-gung sagt: „man kann von denen keine große Hoffnung he-gen, welche sich zu Besorgung eines Dienstes zu jedemPreiste erbieten, denn sie verstehen entweder die Anfangs-gründe des Lieferungswesenö nicht, oder sie sind Willensden geringen Preiß den sie fordern, durch,Kniffe zu ver-mehre». Ein Minister der weiter sieht, iennt die Folgen ei-ner guten Wahl, er ist überzeugt, daß die Güte eines Ge<fchäfts weniger in den bestimmten Worten, als in der bestimmten Voüführung besteht."