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Lehrbuch der Kriegswirtschaftslehre : oder Grundsätze zur Verwaltung des Kriegswesens, im Frieden und im Kriege / von C.M. Morin ; nach der zweiten Ausgabe der französischen Grundschrift frei übersetzt, mit einer Einleitung, berichtigenden Zusätzen und Anmerkungen versehen von Ferdinand von Schmid
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Betrachtet man die Lage der untergeordneten Beam-ten, dieser nützlichen Männer, welche mit schweren undlangweiligen Geschäften ihr Leben hinbringen, aber gleichewohl bei der Unständigkeit ihrer Dienste und kärglichemGemalte nicht einmal sichere Aussicht auf ein mäßiges Aus«kommen gewiß haben: so findet man, daß sie zu ganzenVierteljahren mit ihrem Gehalte warten müssen, wenn sieschon dem Kriegsministerium so nahe sind, und baß imallgemeinen die Besoldung im Rückstand bleibt. Und bannbeklagt man sich noch, daß man in den Amtsstuben keinerechtschaffenen, verständigen und geübten Arbeiter mehrfindet*).

Wendet man seine Blicke vom Aufenthalt der Ar-muth, um sie auf die kostbare Wohnung der Lieferer zukehren, so findet man hier Ueberfülle und übermüthigePracht in eben dem Maaße herrschend, als bort Jammerund Noth in der Regel ist.

Gleichwohl sollte der Staat denen welche ihm dienen,einen solchen Gehalt geben, welcher ihren Bedürfnissenangemessen ist; andere Zahlungen sollten gleichmäßig allenGläubigern gemacht werden. Alle diese Unordnungen sindder erbärmlichsten aller Staatswirthschaftsvertassungen zu-zuschreiben. Den Ministern welche bis auf diesen Tag ander Spitze der Geschäfte gestanden, kann man sie nichtzurechnen, und eben so wenig ihren unmittelbaren Unter-geordneten. Denn wenn sie im Pausch und Bogen eineSumme zu Ausgaben von zwanzig bis dreyßig verschiede-nen Arten erhalten, wie können sie unter jetten genau

*) Nichts würdigt den Menschen mehr herab als Armuth, sieverkleinert ihn mehr als das Alter und seiue weißen Haa-re, mehr als die zehrende Krankheit; — nach dem Aus-spruch des griech. Dichters Theognis.

Anm. d. Vcrf.