brück ein. Aufgefangene Depeschen zeigten, daß der Mar-schall Herzog von Danzig im ersten Augenblicke, als ihm derEntschluß Chastelers verrathen wurde, den Brenner zu ver-lassen, sich bei Schabs zu conzentriren, und sich durch dasPusterthal mit dem Erzherzog Johann zu vereinigen, ge-dachte, das Oberinnthal blos zu beobachten, und in allenseinen Ausgängen von Baiern her aüarmiren zu lassen, mitganzer Macht die beiden Centralstellungen des Brennersund der Hohen von Schabs zu forciren, durch ein starkesStreifcommando mit viel Cavallerie und Geschütz die Com«munication mit Italien über Bvtzen und Trient zu eröffnen,mit dem Kern aber dem F. M. L. Chasteier durch das Pu-sterthal zu folgen. Ein auf den weiten Umwegen durchGraubünden an ihn eingetroffener Courier des VizekönigsEugen benachrichtigte ihn von dessen Vordringen in die Eng-pässe der Karttischen und Julischen Alpen, und daß derErzherzog Johann bereits in diesem Augenblick werde ge-zwungen seyn, die Stellungen von Tarvis und Villach auf-zugeben. Hiemit ganz im Einklänge kam dem Marschalldie Nachricht, F. M. L. Jellachich ziehe sich zurück. Weitentfernt, daß man von ihm eine Diversion zu Gunsten Ty-rols zu fürchten habe, scheine er vielmehr sich gleichfallsmit dem Erzherzog Johann zu vereinigen.
Auf dieses gründete der Marschall einen großen Plan.Die Division Deroy sollte Chasteler festhalten, sie sollte dasEroberte behaupten, dem Corps des Obersten Grafen MaxArco über die Scharnitz, und des Senators Grafen Bcau-mont über Slritti die Hand bieten, indeß der Marschall mitzwei Divisionen über Salzburg nach Oberkarnthen, odernach Umstanden auch gegen Bruck an der Muhr dränge,Jellachich den Degen in den Rippen verfolgte, und womöglich ihn und das tapfere kleine Heer des Erzherzogs Jo-hann zwischen sich und dem überlegenen Vizekönig, zwischenzwei Feuer brachte. Ware solches in übereilter Fluchtnach Hungarn geworfen, wollte der Marschall umkehren,und Tyrol von rückwärts angreifen. Chastelers Corps be-