gewesen. Er mache sich nicht die geringste Täuschung über dieargen Verlegenheiten und Gefahren seiner dermaligen Lage, glau-be aber, daß ein treuer Diener sich nur in solchen Zeiten be-währen könne. Seiner Seits sowohl, als vom G. M. BaronBuol sey in dem etwas ruhigeren Verlaufe des 2uni und Julizur Verfestigung der Vertheidigung Tyrols so viel geschehen, daßder F^ind ihnen darüber gewiß Gerechtigkeit werde leisten müs-sen, wenn er ernstlich den kühnen Einfall hegen sollte, mit Waf-fengewalt einzudringen, noch bevor die Befehle zur Räumungvon österreichischer Seite eintreffen könnten."— >
Angles erwiederte diese Zuschrift sehr heftig und dro.hend, erhielt aber hierauf gar keine Antwort mehr. —Im Lande selbst wüthete allerwarrs eine dumpfe Derzweif.lung, und ein großer Zwiespalt der Meinungen. DasMißtrauen gegen die österreichischen Behörden stieg unterdiesen Umstanden, wie natürlich, von Stunde zu Stunde,und wie in der unglücklichen Zeit nach dem Treffen bei Wörglin der zweiten Halste des Mai, fing man einander wechsel-seitig Briefe und Boten auf. Der Sandwirth AndreasHofer überließ sich in diesen Tagen der ihm angebornen Un-entschlossenheit und Unthätigkeit, beklagte aus biedermtreuen Herzen des Vaterlandes unverdientes, grausamesSchicksal. Bald war er auf Hormayrs Zureden entschlos-sen, mit den Truppen hinweg zu ziehen, bald setzte ihm derverrückte Kolb in den Kopf, sich, bis Oesterreich den Was-fenstillstand wieder aufkündige, der Regierung zu unterzie-hen, und sich den Titel: „Andre Hofer, so lang es Gottgeliebt, Graf von Tyrol" beizulegen (womit das bil.zur Seite des Tyrolischen Adlers auf den sogenannten „Ly-roler Zwanzigern", jener Landsturm-Münze, im Einklängesteht, die unter Hormayr zuerst geschlagen, und dann un-ter Hofer nachgepragt wurde). — Endlich behielt in ihmder Entschluß die Oberhand, sich bis zu dem sehr nah ge-glaubten Wiederausbruch der Feindseligkeiten in einer Höhledes Passeperthales zu verbergen, aus der er noch seineersten Aufruft (als am z. und 4ten August bei Mikkewald