Band 
Dritter Band.
Seite
50
JPEG-Download
 

seyn mußten; — es bleibt daher unbegreiflich, warumvon ihrer Seite kein ernstliche Versuch gemacht wurde,bey guter Zeit um leichtern Preis einen, in Nückfichtseiner Lüge nicht unwichtigen Punkt zu gewinnen, einenPunkt, der ein Monat später nicht mehr dieselben Vor-theile both, und mit schweren Opfern erkauft werdenmußte.

Wenn dem russischen Heerführer daran gelegen seynmochte, seinem Gegner soviel möglich Land abzugewin-nen, und durch schnelles Vorrücken sede Reorganisationneuer Streilkräfte von der Weichsel bis zur Oder zuhindern, — auch jeder Verlust die durch die Dauer desKriegs sehr geschwächten Truppen empfindlich treffenmußre, — so wäre eine kühne Unternehmung auf dieschwächste Seite derZFestung Thorn, mehr im Geists desh»er zu führenden KriegS gewesen, als eine, mit Zeit-und Menschen - Aufwand verbundene Belagerung.

Die Besatzung von Thorn bestand nach ihrem Ein-rücken daselbst, in der zweyten Hälfte des MonatsZanuar auS 4040 Mann Baiern, und gegen 1300Franzosen nnd Polen, zusammen etwas über 5000

Im Jahre 1309 ward Thorn von der, unter ErzherzogFerdinand eingefallenen östreichischen Armee angegriffen,obwohl nicht im Vertheidigungsstand, — nach bedeuten-dem Verluste das Vorhaben aber wieder aufgegeben. —

Thorn ist ?4 Stunden von Danzig, 6 Stunden vonCulm, 57 Stunden von Warschau, nnd 28 Stundenvon Posen entfernt.

Die Hauptstrassen von Königsberg über Marienburg,Graudenz und Kulm, die von Danzig über Dirschau,Marienwerder und Kulm, jene von Posen und Gnesen,und endlich die Strassen von Warschau, eine über Plozk,die andere «ber,Eombyn vereinigen sich in Thorn.