die vielen erfolglosen Angriffe auf Wellingtons ungebrocheneFront so sehr erschöpft war, wäre auch dieses eine gewagteUnternehmung gewesen. Es ist übrigens sehr die Frage, obdie Idee des Rückzuges je in seiner Absicht gelegen hat; dennein Rückzug nach so großen Opfern, welcher durch beide feind-liche Armeen nach ihrer Vereinigung beunruhigt und unter-brochen worden wäre, mußte ebenso unheilvoll für ihn werden,als eine empfindliche Niederlage, mußte wie diese den Umsturzseiner militairischen und politischen Macht zur Folge haben.Daher sein verzweifelter Entschluß, das Schicksal seiner tap-fern Armee und seiner wiedererlangten Herrschaft auf einenneuen, einen entscheidenden Stoß gegen Wellington zu setzen,dessen Truppen mit so wahrhaft heroischem Muthe und solcherunbeugsamen Ausdauer den wäthendsien Stürmen widerstandenhatten, welche er den ganzen Tag hindurch gegen sie los ließ.Durch einen Sieg allein, gleichviel mit welchen Opfern er er-kauft war, konnte er den nationalen Enthusiasmus lebendigerhalten, welchen er zwar wieder erweckt hatte, welcher abersicherlich in unrettbare Apathie übergehen würde, wenn derSchimmer des wiederkehrenden Ruhmes von dem Idole derfranzösischen Soldaten gerissen und das Reich dem Einfallejener fremden Legionen wieder ausgesetzt worden wäre, welchedie Waffen mit dem festen Entschlüsse ergriffen hatten, eineMacht für immer zu vernichten, deren Bestehen mit der Sicher-heit und der Unabhängigkeit Europas unverträglich schien.
Da diese Aussichten der Folgen einer Niederlage Napo-leon vorschwebten, so beschloß er, gleich einem verzweifeltenSpieler, der sein Letztes auf eine Karte setzt, Alles in einemneuen Versuche zu wagen. Der beabsichtigte Schlag sollteseinen kühnen Gegner Wellington treffen, die ganze Front des-selben sollte mit Aufbietung aller Kräfte angefallen, sein Cen-trum und rechter Flügel auf jeden Fall durchbrochen werden. Er