113
von seiner unmittelbaren Wirkungssphäre, um von ihm etwasAnderes hoffen zu können, als eine Diversion gegen die Machtdes Feindes. Nur von der Höhe, auf welcher der alliirteFlügel stand, hatte man eine Aussicht auf die Bewegungender Preußen. Von dem Dorfe Planchenoit konnte man jedochnur das Dach der Kirche sehen und daher unmöglich unter-scheiden, welche Partei auf diesem Punkte im Vortheil war.Napoleon konnte (wie er es auch that) den preußischen Angriffwirksam hemmen und gleichzeitig eine hinreichende Reservezurückhalten, um mit ihr einen neuen kräftigen Stoß gegendie allkirte Armee auszuführen. Wenn der Herzog daher beieinem Blick auf die schrecklich geschmolzene Starke seiner Linie(welche er nicht wieder vermehren konnte und welche nur derunüberwindliche Muth seiner britischen und deutschen Truppsnzu ersetzen im Stande gewesen war) eine gewisse Ungeduldfür die Ankunft desjenigen Theiles der preußischen Armeeäußerte, welcher mehr unmittelbar mit der seinigen zusammenwirken sollte, so darf dies nicht befremden. Mit Ausnahmeder holländischen und belgischen Truppen, welche noch immerals Reserve zurückgehalten wurden, da es vollkommen nutzloswar, sie ins Gefecht zu ziehen, zeigten seine Regimenter nurdie Trümmer jener stolzen Pracht, welche sie noch am Morgenentfaltet hatten. Aber wenn auch das eitle Vertrauen auf dieStärke verschwunden war, so blieb doch der edlere Stolzeines unbeugsamen Muthes unverändert. Da sie jedoch wäh-rend so vieler Stunden einer fürchterlichen Kanonade ausge-setzt gewesen waren, und dieselbe nur aufhörte, um den At-testen der Kavallerie und Infanterie Platz zu machen, so schienihre exemplarische, passive Ausdauer manchmal ihrem Endenahe zu sein. Oft wurde der Herzog von seinen Offizierenum Verstärkungen, um Hülfe angesprochen, aber unveränderlicherhielten sie die Antwort, daß keine Verstärkungen gewährtII. 8