Band 
Zweiter Band.
Seite
226
JPEG-Download
 

226

hindert und von derselben durch Bedrohung seiner rechtenFlanke bis zu dem Walde bei Point-du-Jour zurückgetrieben.

Das entschiedene Fehlschlagen dieses Angriffs bewog denOberst v. Stülpnagel, alle seine Truppen nach dem Walde zurück-zuziehen und nur das Iste Bataillon 6ten kurmärkischen Land-wehr-Regiments zum Soutien der Postenchaine zurückzulassen.Die Reserve-Kavallerie bivakkrte hinter dem Walde. So en-dete auf diesem Theile des Schlachtfeldes der Kampf. Diepreußischen und französischen Feldwachen standen wahrend derNacht sich so nahe gegenüber, daß die Patrouillen sich bestän-dig begegneten und die ganze Linie auf dem Om vivs erhal-ten wurde.

Auf dem linken preußischen Flügel wahrte der Kampf umden Besitz der Stadt und der Brücken von Wavre mit unge-schwächter Wuth bis spat in die Nacht fort. Vandammeverwandte sein ganzes Korps zu dem Angriff und sandte be-ständig frische Truppen vor, um diejenigen abzulösen, welchevergeblich versucht hatten, die Preußen zu delogiren. Durchihre außerordentliche Tapferkeit und Entschlossenheit gelang esdiesen, nicht weniger als dreizehn verschiedene Angriffe zurück-zuschlagen und fünfmal sogar die Franzosen aus den Häusernzu vertreiben, welche sie von Anfang an auf dem rechten Uferder Dyle inne hatten. Einmal hatten die Franzosen schondie große Brücke und einige Häuser auf dem linken Ufer ge-wonnen, sie wurden aber von den preußischen Reserven, dieihren Kameraden zu Hilfe geeilt waren, wieder zurückgetrieben.Der Kampf war verzweifelt und, wie es schien, ohne Ende.Als die Franzosen die Häuser zunächst der Brücke angriffen,gelang es ihnen, die Thüren aufzuschlagen und durch Ueber-macht sich der untern Stockwerke zu bemächtigen. Aber selbstdieses konnte die braven Vertheidiger nicht bewegen, in ihrerAusdauer nachzulassen, sie vertheidigten im Gegentheil mit er-