Band 
Zweiter Band.
Seite
275
JPEG-Download
 

275

Zustand der Angelegenheiten auseinander, erklärte aber gleich-zeitig mit dem gewöhnlichen Vertrauen auf seine eigenen Hilfs-quellen seine Ueberzeugung, daß die Vernichtung des Feindesfolgen würde, wenn die Nation zu einer Erhebung in Masseaufgerufen würde, daß hingegen Alles verloren wäre, wenndie Kammern sich in Debatten einließen und ihre Zeit mitDisputationen verschwendeten, statt neue Aushebungen aus-zuschreiben und außerordentliche Maßregeln zu ergreifen. „Jetzt,wo der Feind in Frankreich ist," schloß er, „muß ich miteiner außerordentlichen Macht, mit einer temporären Diktaturbekleidet werden. Als eine für das Heil des Landes noth-wendige Maßregel möchte ich diese Macht nehmen, besser aberund natürlicher wäre es, wenn sie mir von den Kammernübertragen würde." Die Minister kannten die allgemeine unddie Stimmung der Kammer der Repräsentanten zu gut, umeine direkte Billigung dieses Schrittes auszusprechen. Na-poleon bemerkte ihre Zurückhaltung und forderte sie auf, ihmihre Meinung über die Maßregeln auszusprechen, welche dieöffentliche Sicherheit bei den bestehenden Umständen verlangte.Carnot, der Minister des Innern, hielt es für nöthig, daßdas Vaterland in Gefahr erklärt würde, daß die köüeres unddie Nationalgarde zu den Waffen gerufen, Paris in den Be-lagerungszustand versetzt und Maßregeln zur Vertheidigungder Stadt getroffen würden, daß endlich im äußersten Noth-falle die Armee sich hinter die Loire ziehen, dort eine verschanzteStellung nehmen müsse. Durch Heranziehung der Armee derVendee, wo der Bürgerkrieg fast beendet war, und des Ob-servationskorps des Südens könnte der Feind dann so langeaufgehalten werden, bis man eine hinlängliche Streitmachtvereinigt und organisirt habe, um eine kräftige Offensive zuergreifen und den Feind aus Frankreich zu vertreiben. Deckes,der Marineminister, und Regnault de Saint-Jean d'Angely,