Band 
Zweiter Band.
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Meine politische Laufbahn ist zu Ende, und ich proklamiremeinen Sohn, unter dem Namen Napoleon II., zum Kaiserder Franzosen."

„Die jetzigen Minister werden provisorisch den Rathder Regierung bilden. — Im Interesse für meinen Sohnrichte ich an die Kammer die Bitte, ohn» Aufschub durchein Gesetz die Regentschaft festzustellen."

„Vereinigt Euch alle für das öffentliche Wohl, umeine unabhängige Nation zu bleiben."

„ Napoleon."

Dies war der letzte große Akt seines politischen Lebens.Besiegt und gedemäthigt durch fremde Feinde, unterjocht undbeaufsichtigt durch die Vertreter der Nation, sah er sich ge-nöthigt, von einem Throne zu steigen, von dem aus er einstdas Schicksal der Souveraine an seinen unruhigen Willen ge-kettet hatte. Fast alle früheren Veränderungen und Abstufun-gen in seiner außerordentlichen Laufbahn waren durch einengewaltsamen Staatsstreich oder irgend eine prächtige Scene vondramatischen Effekten eingeleitet oder begleitet gewesen; beidieser Gelegenheit aber machte sich der Uebergang nur durchdie Ruhe bemerkbar, mit welcher er ins Leben gesetzt wordenwar. Man hätte erwarten sollen, daß das Ende der politi-schen Laufbahn eines solchen Mannes nur mit dem Ende einesLebens hätte zusammen fallen können, welches, wenn nichtauf dem Gipfel des Ruhmes geschlossen, in der Mitte desSchlachtengewühles oder in dem Strudel einer Staatsumwäl-zung beendet werden mußte. Daß er einen zweiten 18. Bru-maire im Sinne hatte, darüber ist kein Zweifel vorhanden;aber der entschiedene Ton der Debatten in der National-Ver-sammlung, die Bitten feiner Freunde und die Hoffnung, denThron feiner Familie zu sichern, bewogen ihn, jeden GedankenII- 19