338
mit den alliirten Machten verschwände, neue Unruhen undVerwirrungen im ganzen Lande entstehen müßten, und trotzder vielleicht zu erringenden temporären Erfolge doch die con-centrirte Macht des ganzen bewaffneten Europa's auf dieHauptstadt gezogen würde. Die Regierung ernannte dahereine Kommission, um Napoleon ihre Wünsche mitzutheilen undsogleich Anstalten zu feiner Abreise zu treffen. Der Marine-Minister und Graf Boulay erschienen in seiner Residenz underklärten, daß der Herzog von Wellington und Fürst Blücherihm Schutzwachen und Passe verweigert hätten, und ihm da-her kein Ausweg übrig bliebe, als unmittelbar abzureisen. —Napoleon gab endlich, wie er sich ausdrückte, seinem Geschickenach, bestieg nach Vollendung aller zur Reise nöthigen Vor-bereitungen am 29., Nachmittags d Uhr, begleitet von denGeneralen Dertrand, Gourgaud und andern ergebenen Freun-den, seinen Wagen und schlug die Richtung nach Rochefortein, von wo zwei Fregatten ihn und sein Gefolge nach Ame-rika überschiffen sollten.
In Malmaisou wäre Napoleon den Preußen beinahe indie Hände gefallen. Als Blücher erfuhr, daß er dort in derZurückgezogenheit lebe, sandte er den Major von Colomb mitden 8teu Husaren und zwei Infanterie-Bataillonen ab, umsich weiter unterhalb der Seine-Brücke von Chatou zu be-mächtigen, welche direkt nach dem Hause Napoleons führte.Zu seinem Glücke hatte der Fürst von Eckmühl bei Annähe-rung der Preußen dem General Decker befohlen, die Brückeabbrechen zu lassen. Major von Colomb fand daher zu sei-ner bittern Täuschung keinen Uebergang auf diesem Punkte,der in der That nicht weiter als tausend Schritte von demPalaste entfernt war, in welchem Napoleon zur Zeit -er An-kunft der Preußen noch wohnte.