Band 
Zweiter Band.
Seite
398
JPEG-Download
 

398

zerstörten sie die damalige schöne steinerne Brücke und zwangen sodie Oestreichs, Nothbrücken über den schmalen Spalt zwischen denFelsen zu schlagen, welche den Fluß auf diesem merkwürdigen Punktbeengen. Die Avantgarde des Reserve-Korps unter dem GeneralGrafen Hardegg überschritt den Rhone zuerst und fand den Feindbei Charix hinter Chatillon auf der Straße nach Nantua postirt.Graf Hardegg griff ihn sogleich an und zwang ihn, nach einemhartnäckigen Widerstände zum Rückzüge. Die Truppen des Istenöstreichschen Armee-Korps, welche während dessen dem Fort l'Eclusegegenüber geblieben waren, hatten ein Bombardement begonnen, wel-ches bei einer Dauer von sechs und zwanzig Stunden dem Fortbeträchtlichen Schaden zufügte. — Ein Pulver-Magazin flog auf;hierdurch gerieth die Garnison in solche Bestürzung, daß sie herausstürmte und sich den Oestreichern auf Gnade und Ungnade übergab.Auf diese Weise wurde die große Straße von Genf nach Lyon derArmee von Italien binnen drei Tagen geöffnet.

Am 3. Juli griff der General Bogdan mit der Avantgarde desIsten östreichschen Korps und verstärkt durch den General-LieutenantRadivojevich den Feind mit vielem Ungestüm bei Ojanax jenseitsSt. Claude an. Der französische General Maransin hatte daselbstmit 2000 Mann eine günstige Stellung genommen. Die Sestreicherumgingen ihn in der linken Flanke und zwangen ihn zum Rückzüge.Das Korps erreichte am 9. Juli Bourg en Dresse.

Am 10. Juli wurde ein Detaschement unter dem General-Majorvon Pflüger nach Maxon an der Saone gesendet und bemächtigtesich des dort errichteten Brückenkopfes und der Stadt.

Am 7. Zuli erreichte das 2te Korps unter Graf Bubna Echelles.Ein größtentheils aus sardinischen Truppen bestehendes Korps unterdem General-Lieutenant Graf Latour wurde zur Beobachtung vonGrenoble abgeschickt. Die Avantgarde desselben kam am 4. Julivor dem Platze an. Am 6. wurden die Vorstädte angegriffen unddie Kommunikation dieses Ortes mit Lyon unterbrochen. Die aus8 Bataillonen Nationalgarden bestehende Garnison erbot sich am 9.unter der Bedingung zu kapituliren, daß man sie in ihre Heimathzurückkehren ließe. Der Platz wäre einer kräftigen Vertheidigungfähig gewesen, denn die Oestreichs fanden in demselben 54 Geschütze,8 Markiere und eine große Menge von Vorräthen aller Art.

Das Korps des Grafen Bubna und das Reserve-Korps verein-ten sich am 9. vor Lyon. Am 11. bat die Garnison um Waffen-stillstand, derselbe wurde ihr unter der Bedingung gewährt, daß Lyonund das verschanzte Lager geräumt würde und daß Marschall Suchet