229
dem linken Flügel quer über die Straße von Kehlheim nachLandshut; die bayer. Divisionen Kronvrin; und Deroi reihtensich vor Abensberg gegen Offenstetten an ihn an ; an die Bayerndie Würtembcrger gegen Bruchhof hin. Die bayer. DivisionWrcde stand bei Siegeuburg über der Adens.
Gegen 9'/2 Uhr gab Napoleon das Zeichen zum Angriff,und sehte seine Schlachtlinie in Bewegnug. Marschall LanneSerhielt den Befehl, auf der Straße von Rohr gegen Adelshausenan der Laber zu marschiren, die Truppen des Erzherzogs Lud-wig, auf die er treffen werde, links zu werfen, alle Verbindungzwischen ihnen und Hiller, der über Pscsfenhauseu kam, zu unter-brechen, so die angegriffenen Corps gänzlich zu isoliren und denwichtigen Punkt Rohr zu nehmen. Die Bayern unter ihrem ge-liebten Thronerben und unter dem Deldengreise Deroi solltenüber Offenstetten gegen Rohr, die Wurremberger über Bruchhofgegen Kirchdorf und Schwabruck debouchiren; das allgemeineZiel dieser Bewegungen war Rottenburg; der General Wredesollte die Stellungen von Sicgenburg und Birkwang nehmen.
Als Erzherzog Ludwig die alliirte Macht zum Angriffeschreiten sah, forderte er mit seinen übrigen Generalen denMuth der Scinigcn auf. Er zeigte ihnen den Feind gegenüber,versprach ihnen den gewissen Sieg und die Unsterblichkeit desTages in der Geschichte. Besorgt um seine rechte Seite, schickteer den General Bianchi mit den Jnfantcrieregimentern Duck«und Giulay und mit 8 Kanonen von den Lutmannsdorfer Höhenauf die Siegenburger, nnd veranlaßte die Vereinigung des sechs-ten Corps init dem fünften.
Napoleon begab sich zur Division des Kronprinzen vonBayern, ließ sie in Marsch setzen, und rückte mit den bravenBayern selbst vor. Das erste und zweite Linien-Jnfanterie-regiment und das leichte Bataillon Habermann marschirten —die Zwischenräume mit Reiterei und Geschütz ausgefüllt — alsAvantgarde vorwärts, befehligt von dem Generalmajor Rcchbergin Begleitung des Major-General Fürsten Berthier. Die übrigeDivision des Kronprinzen von Bayern rückte als zweites Tref-fen nach. Napoleon, dem Kronprinzen zur Seite, klopfte dem-selben auf die Achsel und sagte im Vorwärtsreiten: „Nun, meinKronprinz, Sie sehen jetzt, wie man König von Bayern seynmuß, wenn eö einmal an Sie kommt; diese Herren werden