Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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zu stellen, wodurch Jene, selbst auch vielleicht wider ihren Willen,zur Nachfolge mitfortgerissen würden. Es galt, in dem vonaller Waffcnmacht beinahe entblößten Norddeutschland den Funkenzu entzünden, der hier einen allgemeinen Polkoaufstaiid erregensollte, der wie eine Lawine sich bis zu den Ufern der Elbe, desRheines und Mainch fortwälzen würde; es galt ferner, an dieSpitze dieses kühn gewagten Unternehmens einen Namen zustellen, dem die Kraft innewohnte, bezaubernd auf die Gemütherzu wirken, und sie sich nachzuziehen. Wer aber war mehr undbesser dazu geeignet, als der Liebling des preußischen Volkes,der Major Ferdinand von Schilt? und von wem ließ sich einwilligeres Entgegenkommen erwarten, als vpg ihm, der diesenVorzug in der Äolksgunst, um ihn in seinen eigenen Augen zurechtfertigen, durch einen neuen und höheren Aufflug seiner That-kraft zu verdienen bestrebt seyn mußte L Zudem war SchiltMitglied des Tugcndbundes.

Ferdinand von Schilt, der jüngste unter vier Brüdern,wurde im Jahr 1773 auf dem väterlichen Gute Sothof beiNosenberg in Oberschlesien geboren. Sein Vater, aus einemungarischen edlen Geschlechte entsprossen, war ebenfalls Militär,und hatte in der österreichischen, dann sächsischen und endlichpreußischen Armee gedient. Der junge Ferdinand von Schilltrat in die preußische Armee im Jahre 1789 ein, und standnach einer 17jährigen Dienstzeit und zum Manne von 33 Jahrenherangereift, beim Ausbruche des Krieges von 1806, noch alsSeconde-Lieutenant im Dragonerregimente der Königin.

Nachdenkend, ig sich verschlossen, einer innern Welt vonIdeen, Entwürfen und Träumen hingegeben, und Plane füreine fexpß Zulaufs schaffend, versäumte er vielfach die pedanti-schen und kleinlichen Pflichten des Dienstes, auf welche gleich-wohl die allgemeine Meinung damals einen so »»gemessenenWerth legte; es überschlich ihn unwillkürlich eine Geistesabwe-senheit bei den gewöhnlichen Uebungen, die freilich oft ungleichWeniger in das innere ächte Wesen der Kriegführung eingriffen,als auf Pedantismus, Maschineriewesen u. s. w. beruhten. Daherkann es nicht befremden, daß nachmals, als Schill'ö Name soberühmt wurde, ein ihm nahegestandener Offizier von der altenschule mit Kopfschütteln sagte: „Ei, wer hätte das gedacht! wiehat doch aus dem Schill noch etwas werden können, der nicht