der Annäherung seine Stärke, im Galopp flogök die Schill'schenüber die donnernde Zugbrücke des Thores, und die Bürgerwachcwarf ihre Gewehre weg. „Bravo," rief jener, „ihr seyd wahrepreußische Bürger, behaltet eure Waffen, und verseht euren Dienstweiter;" und so jagte er weiter, die Straßen durch, auf denMarkt. Die daselbst befindliche Hauptwache war mit 50 MannPräfccturgardc besetzt und stand schon unter dem Gewehr. Alleinwährend ihr Offizier „Feuer" commandirte, und Francois einzu-hauen befahl, rief die ganze Wache: „Pardon," und streckte dieGewehre. Francoiö suchte dann den Stadtcommandanten auf,der in seiner Bestürzung in seinen Garten geflohen war, wo ersich ergeben mußte. Auf sein Ehrenwort wurde er entlasse», aber26 Franzosen, welche einen Transport von Lazarethgeräthen be-gleitet hatten, zu Gefangenen gemacht und abgeführt; auch dievorgefundenen Casscn machten die Wanderung mit, da der Ver-such, sie noch vor Ankunft der Husaren zu retten, durch den zu-sammengelaufenen Pöbel verhindert worden war. Auf dem mitMenschen angefüllten Markte wurde von den Husaren eine Pro-klamation bekannt gemacht und Halberstadt im Namen des KönigSvon Preußen in Besitz genommen. Hierauf verließ Francoismit Geld 0, Gefangenen und Rekruten die Stadt, und schloßsich wieder an das Corps an.
Am 7. Mai zog Schill nach Travemünde, das damals zurkaiserlichen Dotation des Marschalls Augereau gehörte, worausSchill Veranlassung nahm, eine bedeutende Contribution zu er-heben. Der franz. Oberst Tupin, Schwager Angereau's, dersich als dessen Intendant hier befand, wurde genöthigt, zu fol-gen , um als Geisel für die Offiziere und Soldaten zu haften,welche bei Dodendorf in feindliche Hände gefallen waren undüber deren Schicksal man nicht ohne Besorgniß blieb. Um das-
i) Man hielt den Belauf dieses Geldes für ziemlich bedeutend,und Francois gerieth in den Verdacht, sich einen Theil des-selben unbefugt zugeeignet zu haben. Schill befahl auchwirklich eine Untersuchung der Sache, die aber nicht zuStande kam, entweder weil die schnelle Folge der EreignisseeS verhinderte, oder weil man lieber darüber hinwegzugehenwünschte, da Francois ein überaus thätiger und brauchbarerOtsijier war.
Schncidawind, Bd II.
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