Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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selbe zu sichern, hatte Schill den gefangenen und verwundetenCapitän Vautier gleich nach jenem Gefechte, und späterhin anchden Capitän v. Ncntzel auf ihr Ehrenwort entlassen, und beidehatten versprochen, sich für die Gefangenen auf das Kräftigstezu verwenden, oder, wenn keine Auswechslung gestattet werde,zu ihm zurückzukehren. ES geschah aber weder daS Eine nochdaö Andere; da übrigens auch die eigenen Gefangenen demCorps beschwerlich zu werden anfingen, fand es Schill für rath-sam, sie unter dem Geleit des sicher organifirten Fußvolkessammt dem Gepäcke von Tangermünde auf der Elbe nach Arne-berg, jenseits Stendal, hinabzuschicken, wohin er selbst mit seinenübrigen Truppen am 8. Mai folgte.

Vom 8. bis 12. Mai blieb Schill in Arncbnrg stehen, so-wohl weil sein CorpS bei anhaltenden starken Märschen einigerRuhe bedurfte, als auch, um Waffen herbeizuschaffen und dieNeugewordencn einzuüben. Alle Erfordernisse bezahlte Schillbaar, bis aus die Pferde, auf welche gleichwohl der Unterpräfekt,Graf v. Schuleuburg-Bodendorf, eine abschlägliche Zahlung von4000 Thalern erhielt, mit Schills beigefügtem Ehrenwort, auchden Nest zu berichtigen, sobald seine Fonds sich vermehrt habenwürden. Diese gewann er durch die Beschlagnahme der Caffen;in der von Stendal nahm er 6000 Thaler; allein die meistenwaren schon vor seiner Ankunft geflüchtet, und zudem hatte manseit Katte's Aufstand die Einrichtung getroffen, alle Baar-Be-stände wöchentlich nach Kassel abliefern zu lassen.

Als wären gar keine Gegenstände von höherer Wichtigkeitvorhanden gewesen, die seine Aufmerksamkeit verdienten, verschwen-dete Schill eine beispiellose Thätigkeit in den geringfügigsten De-tails, und wurde hierin von Tag zu Tage sich immer unähn-licher. Ein inneres düsteres Feuer schien ihn zu verzehren, ohnedaß er Gewalt genug besaß, demselben die Richtung zu geben,welche der Augenblick erforderte, oder auch nur auf die Männerzu hören, welche wohlmeinend und verständig in das verworreneGetriebe einzugreifen versuchten. Eine solche beobachtungswercheStimme eines wohlrathende» und wohlberathenen guten Geisteswäre die des ehemaligen preuß. Majors von Grolmann gewe-sen, welcher seltene Kenntnisse und unerschütterliche Festigkeit be-saß. Aus Eifer für die deutsche Sache schloß er sich Schill aufseinem Zuge an ; allein das zwecklose Umhcrtreiben desselben ein-