108
trouille» bis Innsbruck und Hall; Fcnner sollte bei Toblach dasPusterthal von der Südseite decken, Oberst Volkmann in Elausensich aufstelleu; drei Compagnien von Lusignan beobachteten dasGaderkhal, der Landsturm die Thäler von St. Jodoeus, Schmirn,und das Dürer- und Pfitschcr-Joch u. s. w. Die österreichischenLinicntruppen in Tirol zählten damals noch 11/200, und dieöfter. Landwehrbataillonc 2000 Mann.
Wie ein Unglück überhaupt nicht allein kommt, schien sichein feindlicher Dämon verschworen zu haben, mit den verderb-lichsten Unfällen auch die grausamsten Illusionen zu paaren. Esverbreiteten sich eben unter den Tirolern Nachrichten glücklicherund froher Ereignisse: so sollte von den Oesterrcichern ein voll-ständiger Sieg bei Ebersberg erfochten und Massen« gefangenworden; so sollte Iellachich zur Unterstützung Tirols vorgerücktseyn, und dein Feinde im Rücken stehen; so wurde eine gleich-zeitige Bewegung der Bayern, sich durch die Besetzung der Höhenvon Jenbach die rechte Flanke zu sichern, für den Entschluß an-gesehen , sich durch das Achenthal zurückzuziehen und das Landeiligst wieder zu räumen. Eben als die Tiroler darüber jubelten,sahen sie die Vcrlassung der Brücke von Bolders, den Abmarschauf den Brenner, und in eben dem Momente, wo GeneralSchmidt mit Hülfstruppen eintraf! Zudem bewerkstelligte Buolseinen Rückzug von Volders heimlich und mit List, um seineTruppen nicht eben so unverdient als zweckwidrig der Volkswuthpreiszugeben. Es bedarf wohl keiner Bemerkung, welche Stim-mung hierdurch und namentlich auch daraus hervorging, daß sichdie am Vomperbach unter dein von seinem Streifzuge aus Schwa-ben zurückberufenen, und von Neutti über Innsbruck herbeigcciltenMajor Teimer zahlreich aufgestellten Landesschützen-Eompagniendurch jenen Abmarsch — von dem sie nicht unterrichtet worden —blosgestcllt sahen. Die Bewegungen der Oesterreicher erschienenin den Augen des ununterrichteten und erhitzten Volkes nicht alseine Folge der vorn F. M. L. Chasteler angestellten Erwägungseiner Umstände, sondern als eine von ihm für die Unbilren inHall am ganzen Lande genommene persönliche Rache. Und soentstand ein gefährliches Mißtrauen zwischen Landvolk und Mi-litär, und es konnte stündlich in größere Gährung kommen.
Am 18. Mai lief ein zweites Schreiben Johann's an Eha-stelcr ein, worin er den Wunsch äußerte, dieser möchte sich mit