Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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zuges riefen die Oesterrcichcr: „Es lebe unser Kaiser Franz! Eslebe der Erzherzog Carl! Es lebe der Churfürst von Sachsen!"und theilten Proklamationen unter das Volk aus, in welchen eslautete: „Sachsen, benützet diese Gelegenheit, um Euch als wahreDeutsche zu beweisen. Schließt Euch an die gerechte Sache in ei-nes großen Monarchen an, kämpft für Deutschlands Freiheit undSelbstständigkeit, und Ihr werdet Euch mit Ruhm bedecken, wodagegen Fluch und Schmach des spätesten Enkels Euch treffenwürde, wenn Ihr fortfahren solltet, Deutschlands Freiheit zu be-kämpfen, und für Europa's Unterjochung zu bluten...."

Thielcmann, welcher sich gegen Wilsdruff zurückgezogen hatte,schickte in der Nacht ein Commando von 100 Pferden gegenDresden vor, um die eingerückten Feinde zu allarmiren. Aufdie Nachricht, daß seine Vorposten angegriffen und zurückgedrängtwürden, zog der Herzog seine Truppen zusammen, nahm eineVerstärkung von 300 öfter. Uhlanen und 150 Jägern mit sich,und rückte jenem Commando so schnell nach, daß es nicht alleinMühe hatte, zu entkommen, sondern auch Thielcmann selbst zumGefechte gezwungen wurde.

Der Marsch des Herzogs, welcher glaubte, die Sachsen seyenzu einem Angriff vorgerückt, geschah in zwei Colonne», von denendie erste in der Fronte angreifen, die zweite längs der Elbe ihmin den Rücken gehen sollte. Dieses wurde indessen nicht ausge-führt, indem der die zweite Colonne führende Major Neichmeisterauf dem Wege unweit Dresden liegen blieb, und nachmals be-hauptete, er habe den Weg nicht finden können.

Thielcmann, welcher noch diesseits Wilsdruff stand und wahr-scheinlich nicht die Idee zu schlagen hatte, that seinerseits alles,was ein guter Offizier bei einer so unerwarteten Wendung derDinge thun kann. Er vertheidigte sich mit seinem aus lauterzusammengezogenen Detaschements gebildeten Corps tapfer, konnteindessen das Feld nicht behaupten, doch geschah sein Rückzug mitOrdnung, da der Herzog wegen Entkräftung der Truppen den-selben hinter Wilsdruff Befehl zum Haltmachen ertheilte. DaSGefecht hatte von Morgens 5 Uhr bis nach Mittag 2 Uhr ge-dauert , und von beiden Seiten wurde mit solcher Anstrengungund Erbitterung gefochten, daß der größte Theil der sächsischenGefangenen verwundet eingebracht wurde, und die braunschweig.Truppen nur mit Mühe von einem weiteren Verfolgen abgehalten