Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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in das Böhmische unternommen, und einen solchen Schreckendaselbst verbreitet, daß der commandircnde General daselbst, GrafRiesch, sowie der oberste Burggraf, Graf Neischach, diesen Zugin dem Hauptquartiere des Erzherzogs Carl mit so grellen Farbenmalten, als sey dieses Königreich bereits verloren; allein Thiele-mann mußte natürlich bald wegen der Schwäche seines Detasche-ments sich auf das Hauptcorpö wieder zurückziehen.

Den 11. Juli erhielt General Am-Ende den Befehl Kien-mayers, und war gleich gestimmt, dem erhaltenen Befehle Folgezu leisten. Er hatte Nachricht, daß ihm gegenüber zu Pirnaund Gieshübel 500 Mann Sachsen Reiterei, dann 300 MannInfanterie, und in Dresden blos 400 Mann wären, mid manbehauptete, daß aus der Lausitz noch mehr im Anmarsch wären.Vergebens wurde ihm vorgestellt, daß er diese Nachricht nichtals wahr annehmen könne, und ihm gerathen auf Dresden, oderum dem König von Westphalen noch mehr Besorgnisse für seinelinke Flanke zu geben, nach Freiberg zu marschiren, und von danach Umständen gegen Leipzig vorzurücken, damit dadurch alleZugänge gegen Theresicnstadt beobachtet würden, für welches erso besorgt schien. Nach langen Debatten entschloß sich Am-Ende,nach Dippoldiswalde zu marschiren, dort sich aufzustellen und dasweitere zu erwarten. Von der Aufhebung der sächsischen Postenin Gieshübel und Pirna wollte er durchaus wegen Mangel anReiterei um so mehr nichts wissen, als den 12. Juli Morgensseine Patrouillen vor Peterswalde mit den feindlichen von Gieshübelbei Höllendorf sehr hart zusammentrafen. Er brach um Mittags1 Uhr desselben Tages mit 5 Bataillons, seiner sämmtlichenReiterei und Artillerie aus dem Lager von Peterswald auf, undbezog bei Obcr-Frauendorf ein durch die Natur begünstigtes Lager,s ekeval des Weges, der von Oberfraucndorf nach Dippoldis-walde oder Dresden führt. Noch wäre es Zeit gewesen, diesächs. Posten von Pirna und Gieshübel wenigstens zum Theilabzuschneiden, und wenn man dieses bei ersterem Orte nichtwollte, so durfte man nur den folgenden Tag gerade nach Dres-den marschiren. Allein hiezu war der General Am-Ende nichtzu bewegen; er sah immer in der Fläche dieser Hauptstadt eineüberlegene Reiterei, die seine Infanterie niedersäbelte, ihn seinesGeschützes beraubte. Alles, wozu er sich entschloß, war, daß am13 . Juli Patrouillen nach Freiberg, Maxen u. s. w>, und einige