Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Lagers, denn Kicnmaycr beschloß einen Ueberfall, um den Königgefangen zu nehmen. Der Herzog von Braunschweig, der mit derVorhut zu Groß-Leitnitz stand, erhielt Befehl, über Mühldorf aufSchleitz zu fallen; zugleich schickte Kiemnayer eine Colonne rechts überPansa dahin vor, um den Angriff zu unterstützen, und blieb selbstmit dem Hauptcorps bei Plauen stehen; der Angriff sollte Nachts1 Uhr stattfinden. Allein der Herzog von Braunschwcig fandsich durch verdorbene Wege auf seinem Marsche zu lange auf-gehalten und erfuhr, daß der Anschlag dem Feinde verrathensey und er seinen Angriff erwarte. Jervme hatte Am-Ende'sMarsch gegen Dresden erfahren, sah seine Flanke dadurch ge-fährdet, und fand für gut, sogleich nach Erfurt zurückzukehren,wodurch nicht nur seine linke Flanke außer Gefahr kam, sondernauch Oberst Thielemann nach Umständen unterstützt werden konnte,und zugleich auch Kassel gedeckt war, indem Kienmayer dorthinnicht vordringen konnte, ohne in die Flanke genommen zu werden.Da dieser Rückzug Jerome's noch nicht vermuthet worden war,auch mit Schnelligkeit vollführt wurde, so konnte er bei demerhaltenen Vorsprunge nicht verfolgt werden; der Herzog vonBraunschweig besetzte daher bloß Schleitz, Kienmayer aber riefsein Detaschement von Pansa am 14. wieder an sich, und nahmbei Plauen Siellung, um seinen durch ununterbrochene beschwer-liche Märsche und die stattgehabten Gefechte höchst ermüdetenTruppen einige Ruhe zu gönnen; Jervme aber ging nachher bisJena zurück.

Am 17. Juli um 10 Uhr Nachts kam aber plötzlich derLieutenant Septeuil, Adjutant deö Marschall Berthiers, mit einemPaß seines Feldherrn und des öfter. Generals Wimpfen, Chefdes Generalstabes, in Ober-Frauendorf an, um dem König vonWestphalen die Nachricht und die Artikel eines eben beschlossenenWaffenstillstandes der kriegführenden Mächte zu überbringen.Obwohl aus dem zugleich anlangenden Schreiben des General-Commandanten in Böhmen, Graf Niesch, hervorleuchtete, daßnach dem eben abgeschlossenen Waffenstillstände, dessen Entstehenwir später deutlich erkennen werden , Sachsen von den Ocsterrei-chern geräumt werden müsse, und daß namentlich General Am-Ende nach Böhmen zurückzumarschiren habe, so gebot doch F.M. L. Kienmayer demselben, Dresden nicht ohne seinen Befehlzu verlassen, und keinen Zoll breit Landes zu räumen, weßhalb