Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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eroberte Stellung. Eugen leitete den Angriff selbst, theilte alleGefahren, mäßigte aber zugleich die Wuth seiner Soldaten. Nurwenige der tapfern Vertheidiger entrannen im allgemeinen Gewühle.Namentlich mußten die wenigen, in den Kasematte» eingeschlossenenOesterreich!»-, die aus diesem sichern Orte so vielen Franzosenden Tod gegeben hatten, büßen, indem sie sämmtlich niedergemachtwurden. Auch selbst die Gefangenen wären der Wuth ihrerFeinde geopfert worden, hätte nicht gerade der Zufall den Vicc-könig herbeigeführt, der über die Vertheidigung des Forts einigeErläuterungen zu wissen verlangte. Im Gewühle des Sturmessollte der Oberfeuerwcrker Rauch, von der Menge überwältigt,eben niedergestoßen werden, als ein franz. Offizier herbeisprang,und ihn der Wuth der Stürmenden entriß. Doch nur zumZeugen, daß er der Erste, der die Batterie erstiegen, sollte ihmder öfter. Artillerist dienen; denn bald darauf wurde Rauch vor-geführt, um auf Befehl eines franz. Generals, der rief: „Wi-dersinnig sep die Vertheidigung gewesen, und zwecklos das Blut sovieler Braven geflossen; 1300 Mann wären heute allein beimSturme gefallen; schwere Rache fordere ihr Tod, zwei vsterreich.Befehlshaber hätten ihren Lohn, der dritte werde ihn fetzt er-halten; kein Gefangener dürfe heute auf Schonung zählen;"von drei Schützen mit kaltem Blute hingerichtet zu werden.Schon schlugen sie auf den tapfern Rauch an, als ein Adjutantherbeieilte und inne zu halten befahl, indem der Vicekönig denGefangenen sprechen wolle. Als dieser von Rauch die Stärkeder Besatzung erfuhr, rief er mit Heftigkeit aus: „Wie konnteeine so kleine Schaar den Kampf gegen ein ganzes Heer wagen?"„Der brave Soldat," erwiderte Rauch, „denkt nur an seine Pflicht,aber an keine Uebcrgabe." Mit der männlichen Antwort zufrie-den, schenkte der Vicekönig dem Tapfern das Leben. „Der Be-fehlshaber des Geschützes," äußerte ein General, „habe dieseGnade am wenigsten verdient." Rauch, nur kühner durch dieseBemerkung, die schönste Lobrede auf ihn, bat sogleich um dieselbeBegünstigung für seine Waffenbrüder; und der Prinz Eugen,der warme Lodredner ihrer Tapferkeit, befahl sogleich, die Ge-fangenen so zu behandeln, wie es unglückliche doch brave Kriegerverdienen.

Während sich Eugen des Forts von Mälborghetto stürmendbemächtigte, griffen die Generale Desair, Baraguay d'Hillierö