Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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daß er nicht von nachrückenden Truppen unterstützt sey, hielt mitder Verfolgung inne, stellte sein Heer vor Sierock, am linkenUfer des Bug auf und nahm sein Hauptquartier au der Brückevon Zegrz. Von hier aus konnte er seine festen Plätze decken,die beiden Ufer der Weichsel beobachten, den Feind in Schrankenhalten, ja sogar Gallizien bedrohen.

Dieses Gefecht, welches bei Grochow am heftigsten war,konnte von: Anfang bis zum Ende von Warschau aus gesehenwerden. Alles, was nur Platz finden konnte, ging auf die Te-rasse des Schlosses, oder der Cadctten-Caserne, oder wo sonstAussicht auf die Weichsel war und sah nach dem Schauplatzedes Kampfes. So wie das Feuern sich von Praga entferntezum Zeichen des Sieges der Polen, konnte die Freude der War-schauer kaum von lauten Ausbrüchen zurückgehalten werden.

Der F. M. L. Schaurvth erhielt nun von dem Erzherzogden Befehl, sich nach Gora, drei kleine Meilen südlich von War-schau zu begeben, dort die Brücke zu vollenden, um ein Armee-corps, das den Polen gewachsen wäre, überzuführen und einenBrückenkopf, sie zu schirmen, zu errichten. Es gelang ihm abernicht, die Brücke und den Brückenkopf bis zum 2. Mai zu voll-enden; er legte demnach das Regiment Baillet-Latour in diebereits aufgeworfenen Schanzen und erwartete den 3., um seineArbeiten fortzusetzen und sein übriges Corps überzuführen. AlleinFürst Poniatowsky hatte beschlossen, den für die Polen heiligenTag des dritten Mai auf eine, seiner und seines Volkes wür-dige Art zu feiern. General Sokolnicky, derselbe, der kurz vor-her bei Grochow gegen Mohr glücklich gewesen war, erhielt vonihm den Auftrag, die angefangene Brückcnschanze zu zerstörenund die Oesterreicher auf das linke Ufer der Weichsel zurückzu-werfen. Er brach demzufolge mit den Reitern des GeneralNozniecki und mit Geschütz unter General Pelletier auf, um dieOesterreicher aufzuheben; er kam am 3. Mai schon um 2 Uhrdes Morgens an dem Brückenköpfe bei Gora oder vor Ostro-weck an. Um zu erfahren, wie es mit der Brücke stehe, ließ derGeneral Pelletier, ein Franzose, aber als Befehlshaber der Ar-tillerie in polnischen Diensten, die Oesterreicher auffordern, diedann durch ihre Fassung verriethen, daß sie keine Unterstützungvom andern Ufer zu hoffen hätten. Die Bataillons des öfter.Regiments Baillet-Latour, jedes fast tausend Mann stark, mit

Schneidawind/ Bd. n. 19