Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Thor Anzuschießen, den Wall mit Leitern zu ersteigen und stür-mend in die Stadt zu dringen. Um die Aufmerksamkeit deröfter. Garnison zu theilen, ließ Pelletier auf das Lemberger Thoreinen Scheinangriff machen, während kurz vor Tagesanbruchder Grcnadier-Hauptmann Dame, ein entschlossener Mann, amFuße einer Bastion, die nördlich von dem Schlosse Zamoiökysiegt und deren Brustwehr abgetragen war, Leitern anlegen ließ.Er war bald mit seinen Leitern oben und gab aus den Signal-hörnern der VoltigcurS das verabredete Zeichen; das LublinerThor wurde sofort von den Grenadieren geöffnet, die Reitereidrang ein und hieb alles nieder, was sich auf der Straße be-fand. Capitän Daune verwundete den öfter. Commandanten,der sich mit seiner, aus Wallachen bestehenden Garnison zurWehre setzen wollte und nahm ihn gefangen; die Garnison, diesich tapfer wehrte, wurde dennoch überwältigt, 2000 Mann und30 Kanonen geriethen in die Hände der siegenden Polen. Hätteder öfter. Commandant vorwärts des Waldes eine einzige Reihevon Pallisaden oder einen Verhau angebracht, so wäre es nichtmöglich gewesen, ihn zu überfallen, durch einen einzigen Flin-tenschuß hätte dann alles mißlingen können; doch muß der Muth,den er bewiesen hat, gelobt werden.

Die unbefestigten Orte Galliziens wurden nun von derpolnischen Armee nacheinander besetzt; nirgends fand man Wider-stand, überall vielmehr offene brüderliche Arme. Die Polennahmen am 24. Mai Jaroslaw, in der Nähe von Lemberg, mitSturm ein und fanden in dieser kleinen Festung viele Kanonenund Vorräthe; die nicht sehr zahlreiche Garnison wurde kriegs-gefangen. Die polnische Armee dehnte sich dann bis Lembergaus, General Kaminsky, der mit dem 6. Reiterregimente vonZamosc nach Lemberg gegangen war, rückte von da nach Brvdy.

In Lublin, wo Poniatowsky als Schutzengel Polens be-grüßt worden war, bildete sich unter dem Vorsitze des Woywo-den Zamoisky aus den angesehensten Männern des Landes einevolksthümliche Regierung; der allgemeine Aufstand wurde über-all organisirt und die zur öfter. Landwehr ausgehobenen Galli-zier von diesem Dienste befreit und mit den Truppen der polni-schen Armee vereinigt. Uebrigens wußte hierbei Poniatowskydie Pflichten gegen sein Vaterland mit den Rücksichten zu ver-einigen, welche die besondere Lage der Gallizier, die wieder unter