Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Vision Suwaroff angekommen war. Am 10. und 12. Juni hatteSchauroth einige kleine Gefechte am Sän, und einige Tage daraufvertrieb er die Polen aus Lcmberg; er hatte sich also mittendurch die feindlichen Abtheilungen gezogen, ganz Gallizicn jenseitsder Weichsel allarmirt, und Vortheile errungen, wie die Einnahmeder Stadt Lembcrg, die er jedoch nicht behauptete, sondern dernahenden russischen Armee ohne Capitulation, wie einem Alliirtenübergab. Die Oesterreicher, da sie sich in Gallizicn nicht haltenkonnten, wollten nur die Polen necken und beseitigen, und über-gaben dann gleich die denselben wieder abgenommenen Plätze denRussen. Ueberhaupt ist in dem ganzen Feldzuge von den 48,000Nusskii in Gallizicn keine Kugel gegen die Ocsterrcicher, keineöfter. Kugel gegen die Russen geschossen worden.

Der Erzherzog Ferdinand sah wohl ein, daß das Schau-roth'sche Corvs den Fürsten Pouiatowsky nicht lange von deinUebergange über die Weichsel abhalten könne, und beschloß also,ihm den einzigen festen Punkt an der ganzen oberen Weichsel, derihm den Uebergang decken konnte, Sendomirz, zu nehmen, waser auch im Angesichte der feindlichen Corps versuchte. In derNacht vom 15. auf den 16. griff er die Festung, die von Gen.Sokolnicki mit 5000 Plann vertheidigt wurde, stürmend an.Man kämpfte von beiden Seite» mit größter Tapferkeit; zehenStunden dauerte der Sturm. Die Oesterreicher wurden zurück-gewiesen, nachdem sie die Außenwerkc genommen hatten und aufeinigen Punkten sogar in die Festung gedrungen waren. Sieverloren nicht unbedeutend; die Polen aber hatten den größtenTheil ihrer Munition verbraucht, und da Sokolnicki Anstaltenzu einem neuen Sturm treffen sah, der nicht glücklich für dieGarnison ausfallen konnte, so hielt er es für rathsam/ am 18.mit dem öfter. General Geringer sich über die Räumung desPlatzes zu verständigen. Er erhielt freien Abzug auf das linkeWeichselufer, und zog sich auf Dombrowsky'S Corps zurück. Dasganze früher verloren gegangene Geschütz und bedeutende Ver-rathe fielen den Oesterreicher» in die Hände.

Man sagte damals, Poniatowsky habe blos im Vertrauenauf die nahe stehenden Russen nichts für Sendomirz gethan;auch erzählte man von einem zur Befreiung wirklich unter-nommenen Gefechte, wo 2 polnische Uhlancn- und 1 Infanterie-regiment, ohne Geschütz, aber im Vertrauen auf eine nahe stehende

Echneidawind, Vd. II. 20