Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
108
JPEG-Download
 

108

Ausdehnung zu geben, indem sie dasselbe auf eine Ueberfchwem-rnung zu bafiren, und zum Schutze der nach der Festung führendenDeiche starke kasemattirte Werke auf beiden Flanken anzulegengedachten. Der Anfang hierzu war bereits durch Hohlbaue, un-gefähr 2000 Schritte vor der Front gelegen, gemacht.

Das sämmtliche zur Vertheidigung von Vlicßingen aufge-stellte Geschütz bestand aus l07 Feuerschlünden, welche indeß mitAusnahme der bereits erwähnten auf der Landseite befindlichenWicruudzwanzigpfündcr, größtentheils nur von geringem Ealiberwaren. Die Garnison besaß nur eine sehr geringe Anzahl Ar-tilleristen, und war gänzlich unvorbereitet zu der Vertheidigungeiner Festung wie Vließingen. Da jedoch durch Ocffnung derSchleußet! und Durchsuchung der Dämme die Unigegend unterWasser gesetzt werden konnte, so sah sie sich im Besitz der Mittel,einen gewaltsamen Angriff oder einen Sturm der belagerndenArmee gänzlich zu vereiteln, wenn ihr nur so viele Zeit übrig gelassenwurde, der Ueberschwemmung ihre vollständige Ausdehnung zugeben, wozu ungefähr ein Zeitraum von 10 Tagen erforderlichwar. General Monnet, seit 1803 Gouverneur von Vließingen,hatte den Befehl, Alles zur Vertheidigung anzuwenden, wozu erauf 5 Monate Lebensrnittel hatte. Allein er hatte das fehlerhaf-teste aller Systeme ergriffen: einer Armee, die alle Vortheile vor sichhatte, die Zugänge streitig machen zu wollen. Seit dem 31. Zulibestand daher der brave General Osten Gefechte mit den Britten,in welchen nur die Garnison an Leuten geschwächt und dabeinicht einmal die so theuer erkaufte Zeit zur Ausbesserung desHauptwalles benutzt wurde. Auch von dem Befehle seines Kai-sers , die Deiche zu durchstechen und eine Ueberschwemmung zuveranstalten, machte Monnet keinen Gebrauch, wenigstens geschahes nur an der Seite von Rammeckens, und wurde auch hierwieder aufgegeben.

Ehe die Britten die Laufgräben vor der Festung eröffnenkonnten, war es nöthig, sich der Batterien zu bemächtigen, welche,wie schon erwähnt, die südlichen Küsten der Insel auf ihrenöstlichen und westlichen Flanken beherrschten. Der GeneralmajorGraham hatte einen harten Kampf zu bestehen, als er am1. August von der Dykeshook- nebst zwei andern kleinern Bat-terien Besitz nahm. Zu gleicher Zeit griff die englische Brigadedes General Houston die Truppen, die auf der Straße von