Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Hut anderthalb Stunden von dieser Stadt mit Heftigkeit durchFeuern der Bauern empfangen. Er warf diese zurück, und be-zeichnete seinen Weg mit Denkmalen grausamer Strenge. ImPusterthalc brannte er 200 Bauerichäuser und eben so vieleScheunen nieder, plünderte Lienz und ließ jeden mit den Waffenin der Hand niederschießen, aber auch viele Unschuldige, wieHormapr angibt; selbst einige Weiber und Kinder sollen nachderselben Angabe von Nusca's Soldaten graujam ermordetworden seyn. Das bewirkte, daß das erbitterte Volk alle Zügelwieder schießen ließ, sich zusammenrottete und die Lienzer Klausebesetzte. Als Nusca, nachdem er die ihm übergebenen Kriegs-gefangenen sogleich wieder bewaffnet hatte, am 6. August gegendieselbe zog, leisteten ihm die Tiroler, erst unter LurheimS, einesDaron's und Abentheurer's Anführung, dann, da dieser geworfenwar, unter Steger's, Hibler'S, Achhammer's, Webcr's, u. A.Eommando, so hartnäckigen Widerstand, daß er nach Lienz um-kehren mußte. Noch weniger wirkte sein Aufruf, welchen erTags darauf an das Land zur Unterwerfung erließ. Immervon Tirolern feindselig umschwärmt, geneckt, angegriffen undbedeutenden Abbruch erleidend, sah er sich gezwungen, Lienz zuverlassen, und begab sich in der Meinung, auch Lefebvre habe inFolge widerwärtiger Ereignisse sein Vorhaben, nach Briren vor-zurücken, aufgegeben, sogar am 11. nach Kärnthen zurück, wo erSachsenburg, Tarvis, Spital, Bestach, u. a. O. besetzte.

Indessen hatten sich auch bei Verona 4000 Mann französ.Truppen zusammengezogen, um zur Unterwerfung Tirol's mit-zuwirken, blieben aber ihrer Schwäche wegen unthätig in ihrerStellung bei Dolce bis Mitte Septembers. So wurde von dieserSeite dem Marschall Lefebvre nicht die Mitwirkung, auf die ergerechnet hatte; zudem war er über alles, was im südlichen Tirolvorging, in Ungewißheit, da er nicht einen einzigen Mann ge-funden hatte, den er nach Briren senden konnte, um zuverlässigenBericht über Rusca's Verhältnisse und den Stand der Dinge zuerhalten.

Die mehr offenen Gegenden Tirols waren von Lefebvrewohl genommen und entwaffn«, allein von dem Besitze des Ge-birges, und der Engpässe zwischen dem Brenner und Briren, demMittelpunkte des Landes, wo der erste Aufstand ausgebrochen unddas erste Blut vergossen worden war, hing die Entscheidung ab.