Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Nach dem Abzüge des Obersten Egloffstein war dieser letz-tere Truppenthcil bald völlig eingeschlossen worden, und in demGrade, wie die Masse der Tiroler von Stunde zu Stunde durchherbeieilende Haufen vergrößert wurde, wuchs auch seine Gefahr.Indessen wurden die, obgleich unaufhörlich beschossenen 3 Häuserstandhaft vertheidigt, und so die feindlichen Schaaren in gehörigerEntfernung gehalten. Die Soldaten, denen es an Munitionfehlte, nahmen ihren gebliebenen oder verwundeten Kameradendie Patronen ab, und setzten das Feuer beständig fort. DaTodte so wie Verwundete sich in den Gchäuden anhäuften, unddie ohnedieß ermattete Mannschaft dem Hunger und dem Durstepreisgegeben war, so belebte nur der zuversichtliche Gedanke anden stündlich zu erwartenden Entsatz die allmälig hinsinkendenKräfte immer von Neuem, und so wurde jeder Zuruf vonErgebung durch ein wohlgenährtes Feuer beantwortet. Da aberNachmittags 5 Uhr ein Tiroler Parlamentär mit einer weißenFahne in der Hand dem, von Major v. Germar besetzten Hausesich näherte, so ließ dieser alsbald das Feuer seiner Mannschafteinstellen, und wollte persönlich dessen Anträge vernehmen; dochkaum war er aus dem Hause getreten, als mehrere auf ihn ge-richtete Schüsse ihn dasselbe wieder eiligst zu gewinnen nöthigten.Nach diesem Ereignisse ließ der Major v. Bünau bei dem Majorv. Germar, obgleich solches wegen der von einander abliegendenund ununterbrochen heftig beschossenen 3 Häuser eben so schwierigals gefahrvoll war, über dessen Lage Erkundigungen einziehen,worauf dieser jenem den Entschluß kund thun ließ, sich, da alleHilfe auszubleiben scheine, wo möglich bis zur eingetretenenNacht zu behaupten, und dann ein vereintes, obgleich sehr ge-wagtes Durchschlagen bis zu dem vier Stunden entfernte»Sterzing zu versuchen. So setzten die braven Besatzungen der,mit Verwundeten angefüllten 3 Häuser, obgleich nun fast seit 2Tagen selbst der allernothwendigstcn Lebensbedürfnisse entbehrend,ihre Vertheidigung bis zum Abend gegen die auf 5000 Mann an-gewachsenen Tiroler fort. Mit der einbrechenden Dämmerungvergrößerte sich aber die Gefahr deßhalb, weil die letztem, durchdas Dunkeln und das wegen allmäliger Munitionserschöpfungimmer schwächer werdende, und dazu unsichere Feuer begünstigt,sich nun in dichter» Haufen den Gebäuden mit Brennmaterialiennahten, bis endlich um halb acht Uhr Abends die beiden, von denSchncidawiiid, III. Bd. 10