Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
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Majoren Bunan und Bosc besetzten Häusern, wegen Mangel anSchießbedars, und nachdem der Major Dünau und Hauptmaunv. Krätzschmar noch verwundet worden waren, sich auf Diskretionden nun ungehindert auf einmal zu allen Eingängen der Ge-bäude einstürmenden wüthenden Massen ergeben mußten, wobeidie beiden Fahnen des Regiments der Herzoge von Sachsen ver-loren gingen. Sobald diese beiden kleinen brav vertheidigtenHäuser gefallen waren, umringte nun die Masse unter Tromnrel-und Pfeifenschall das, von Major Germar mit ungefähr 230Mann Weimarer und Koburger noch vertheidigte Wirthshaus,und forderte ihn, unter siegestrunkenem Geschrei, zur augenblick-lichen Kapitulation auf, widrigenfalls sie die Gebäude auf derStelle in Brand stecken würden. Doch ungeachtet seiner äußerstbedenklichen Lage vertheidigte sich Germar noch bis acht UhrAbends, wo er, auf nochmalige Aufforderung von Seiteneiner aus 6 Mann bestehenden, sich auf etwa 60 Schritte denGebäuden nahenden Deputation, zur Verständigung begab. Jedochkaum unter sie eingetreten, sah er sich umringt, von Einem an-gefaßt nnd alsbald von mehreren Hieben und zwei Stichen ver-wundet. Da Germar indessen seine gewohnte Kaltblütigkeit nichtverlor, verwundete er zwei von ihnen mit dem Säbel, währendzwei andere durch das hierauf aus dem Hause wieder begonneneFeuer todt zu Boden gestreckt wurden, worauf die zwei übrigenentflohen und Germar so das Haus wieder zu erreichen suchte.Da aber nach diesem Vorfalle die Tiroler, unter ihnen eineAnzahl öfter. Soldaten, wirklich Anstalt trafen, das Wirthshausin Brand zu stecken, mußte er sich nach einer 13stündigen Ver-theidigung, hoffnungslos auf Discretion ergeben.

Gleichwie solches bei den zwei, früher in feindliche Händegefallenen Häusern geschehen, drang nun eine bedeutende Masseder erbitterten Tiroler in das Wirthshaus ein, wo noch ein blu-tiges Handgemenge entstand, indem dieselben sich sowohl über dieGesunden als Verwundeten, gleichsam erdrückend Herwarfen, und,obgleich diese tapfern Soldaten wohl einer ehrenden Behand-lung sich werth gemacht hatten, sie auf die schonungsloseste Weisemißhandelten und ausplünderten.

Noch in der Nacht vorn 5. zum 6. August wurden die gefan-genen sächsischen Offiziere in das Pusterthal auf das Nodenecktransportirt, wo sie streng gehalten wurden; die Verwundeten