Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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Während Tirol noch unbezwkmgen dastand, war Vorarlbergbereits unterworfen.

Die Nachricht des Znaymer Waffenstillstandes hatte hier denMuth bedeutend gelähmt. Als der öfter. Hauptmann BaronJuritsch den Abmarsch befahl, versagten ihm zwar anfangs dieSoldaten den Gehorsam, und wagten ihn sogar zu mißhandeln,obgleich der tapfere Oberlieutenant v. Hagen einen niedcrstachund mehrere verwundete. Am andern Tage jedoch erwirkte derLandcommissär Dr. Anton Schneider den ruhigen Abmarsch derTruppen. Hierauf umzogen die stanz, und rheinbünd. GeneraleBeaumont, Lagrange, Koseritz, Fromment u. s. w. das Land, dasKönig Maximilian zur Ruhe aufforderte. Mehrere Gemeindenfolgten bereits diesem Rufe; die Truppen drangen vor, die an--dcrn zu entwaffnen; die Landstände Vorarlbergs gingen vomLandtage von Bregenz auseinander; Dr. Anton Schneider schloßmit dem Oberste» Lanaffa einen Vertrag für die Sicherheit derPerson und des Eigenthums, O>-. Bitschnau aber bewirkte durchseine Beredsamkeit und Achtung beim Volke die gänzliche Auflö-sung der Jnsurrcction, nachdem Dr. Schneider in Gefahr gewesenwar, in Bregenz von solchen, die den Aufstand fortgesetzt wissenwollten, ermordet zu werden, und sich seinen Richtern persönlichüberlieferte. Als Lefebvre Tirol räumte, sollte diese Maßregelauch auf Vorarlberg ausgedehnt werden; allein Dr. Bitschnauwarnte, und General Lagrange, der anstatt Beaumont das Cvm-inando übernahm, behielt nicht nur Stellung, sondern breitetesich mehr über das Laild aus. Waren auch die Gemeinden desThonberges, von Klosterle und Stuben noch in insurrectionellemZustande, versuchten gleichwohl die Tiroler ihre Nachbarn, undmachten Angriffe auf Vorarlberg, so war doch der Aufstand sogut wie beendigt, es brachen nur etwa von Zeit zu Zeit einigeZuckungen ein. Die Aufständer wurden gezüchtiget, zur Ruhegebracht, die Häupter des Aufstandes waren unterworfen oderwurden noch gefangen; Niedmüller und Nachbauer waren nachTirol entflohen. Vorarlberg war unterworfen. Geiseln wurdenaus dem Lande genommen, um für die Ruhe zu bürgen.

ve. Schneider wurde zuerst als Arrestant nach Lindau, dannauf den Asperg und später nach Ulm gebracht, von wo auS erwieder nach Lindau vor das K. Spezialgericht, welches zur Un-tersuchung der Jnsurrections-Verbrechen niedergesetzt worden war,