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den Griff einer Waffe in der Seitentasche des jungen Mannes,worauf er ihn festhielt und 2 Gensdarmen übergab, um ihnauf die Wache zu bringen. Man fand ein großes Messer beiihm, worüber er mit einigen Bogen Papier eine Scheide gemachthatte, und er gestand, daß es seine Absicht gewesen, Napoleondamit zu ermorden. Napoleon erfuhr erst nach seiner Rückkehrin das Schloß durch Rapp, seinen Adjutanten, was vorgefallenwar, und ließ den jungen Mann vor sich dringen. Derselbewar ruhig, und die Anwesenheit des Kaisers machte nicht denmindesten Eindruck auf ihn. Napoleon befragte ihn, und Rappmachte den Dollmetscher; der junge Mann sagte, daß er derSohn eines lutherischen Geistlichen in Erfurt sey, und daß erseine Vaterstadt verlassen habe, um den eben mißlungenen Planauszuführen, daß er aber schon den bloßen Versuch für dieglorreichste That seines Lebens halte. Als Napoleon ihn fragte,was er ihm zu Leide gethan habe, lautete die Antwort: Nichts,aber er sey der grausamste Feind Deutschland's, und habe esdurch seine Kriege in das Verderben gestürzt. „Aber wenn ichIhnen verzeihe," fuhr Napoleon fort, „würden Sie da nicht ausDankbarkeit die Idee, mich zu ermorden, aufgeben?" — „Dazuwürde ich Ihnen nicht rathen," sagte der Jüngling, „denn ichhabe Ihnen den Tod geschworen." — „Der Mensch ist sicherwahnsinnig," sagte der Kaiser, und ließ ihm durch seinen LeibarztCorvisart den Puls fühlen, aber dieser erklärte, derselbe sey ganzregelmäßig. Der junge Mann wurde ab- und in sein Gefängnißgeführt, und 24 Stunden lange ohne Nahrung gelassen, um zusehen, ob dieß nicht eine Wirkung aus ihn hervorbringen würde»Er weigerte sich aber fortwährend anderweitige Geständnisse zumachen, oder sein Vorhaben für die Zukunft aufzugeben. Napo-leon war nichts destoweniger geneigt, ihm das Leben zu schenken,aber man stellte ihm die Gefahr des Beispiels einer solchenStraflosigkeit und die Hartnäckigkeit des jungen Mannes alsdringenden Grund vor, um in diesem Falle die Gnade nichtwalten zu lassen.
Der zunge Mann, der Napoleon hatte ermorden wollen,hieß Friedrich Stapß, war aus Naumburg gebürtig und kaum18 Jahre alt. Er war von seinen Aeltern abgereist, ohne etwasvon seinem Entschlüsse mitzutheilen, und hatte ihnen nur ge-