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schrieben, „eine Reise nach Wien zu machen; bald werde seineFamilie von ihm hören und stolz auf ihn seyn."
Der junge Stapß wurde nach Wien in ein Gefängniß ge-bracht und vor ein Kriegsgericht gestellt. In dem neuen Ver-höre, was General Lauer mit ihm anstellte, wiederholte Stapßungefähr das, was er in Napoleons Gegenwart gesagt hatte.Seine Resignation und seine Ruhe verläugneten sich nicht einenAugenblick, und er beharrte in seiner Versicherung, er sey allei-niger Urheber und alleiniger Vertrauter seiner Absicht gewesen.Die Militär-Commission verurtheilte ihn zum Tode. Den 17.Oktober vollzog man frühe 7 Uhr zu Mvdling das Todesurtheil.Stapß hatte in den letzten Tagen vor seinem Tode nichts ge-nossen und als ihm Essen angeboten worden war, hatte er ge-antwortet: er hoffe, noch Kraft genug zu haben, um zum Todezu gehen. Nur bei der Nachricht, daß Friede zwischen Napoleonund Franz geschloffen sey, hatte er zusammengebebt. — Er starbentschlossen und unter den Worten: „Es lebe die Freiheit, eslebe Deutschland, Tod dem Tyrannen!"
Stqpß'S Unternehmen hatte einen tiefen Eindruck auf Na-poleon gemacht; ex erkundigte sich nach der Art und Weise, wiederselbe gestorben war, und gab dem General Napp seine Ver-wunderung zu erkennen, daß ein Deutscher ihn habe ermordenwollen, da nicht ein einziger Italiener darauf ausgegangen sey,ihm nach dem Leben zu streben.
Es zeigte sich iin Kreise der deutschen Jünglingswxlt damalsüberhaupt die erste Spur einer in ihrem Ursprünge immerschwärmerischen, in ihren Wirkungen nur allzuoft gefährlichenDenkweise, welche die innere Ueberzeugung über das Gesetz er-hebt und die rechtlose That durch die Würdigkeit des Zweckeszu rechtfertigen vermeinte
Mittlerweile gingen die Friedcns-Eonferenzen in Schönbrunnfort. Als aber noch im Augenblicke eines endlichen Abschlussessich einige neue Schwierigkeiten erhoben, wurde Napoleon etwasungeduldig über diese Verzögerungen; sa einmal will man ge-hört haben, wie er, aus seinem Gemache tretend, zu Perthiersagte: „Wenn sie nun nicht bald zu Ende kommen, werde ichnach dem Grvßherzog von Würzburg senden und die kaiserlicheKrone von Oesterreich auf sein Haupt setzen." Uebrigens bliebNapoleons Feinheit u»d Artigkeit gegen Fürst Lichtxnstefn und