Band 
[Zweiter und dritter Band.]
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der Friedensabschluß bekannt wurde, selbst die Jnnsbrucker Zei«tung davon sprach, blieb, bei leider zu Vielen, die alte Verblen-dung fort.

Dieses bestärkte aber Anton v. Roschmann, welcher EndeSeptembers von Warasdin als Agent und Emissär wieder nachTirol sich begeben hatte, um, für den Fall des Wiederauöbruchesdes Krieges, den Tiroler Kampf noch heftiger anzufachen, unddenselben in den Rücken des Feindes zu leiten. Obgleich Rosch-mann wußte, daß das Ultimatum zum Frieden durch Lichtensteinan Napoleon überbracht sey, obgleich es nun seine Pflicht er-heischte, die Tiroler von unnützem Widerstände, fruchtlosem Blut-vergießen abzuhalten, vergaß er derselben, wohnte auch nach denTagen des Friedenöabschlusses den Berathungen, den Sitzungenin Defcnsionssachen, z. B. zu Sterzing, bei, und blieb im eigent-lichsten Sinne österreichischer Botschafter bei der PersonHofers.

So wurde Tirol in das grenzenloseste Unglück und Ver-derben gestürzt.

Inzwischen war Napoleon beharrlich geblieben, den Heerddes Aufstandes in Tirol mit hinreichenden Kräften und infurchtbarem Ernste zu unterdrücken. Er sandte seinen Adoptiv-sohn Eugen nach Villach, und befahl ihm, sein Heer zur Unter-werfung der Süd-Tiroler opcriren zu lassen; gab Befehl, daßder Generallieutcnant Wrede von Linz und Passau nach Salz-burg aufbreche; rief den Marschall Lefebvre vom Heere zu sichnach Wien, und übertrug dem franz. Divisionsgeneral Drouet,Grafen v. Erlon, den Oberbefehl der Bayern gegen Tirol.

Sobald General Drouet den Oberbefehl in Salzburg über-nommen hatte, beschleunigte er sogleich den Heranzklg der DivisionWrede, und ertheilte dem General Deroi, der seine Truppen beiRosenheim und Benedictbeuern zusammenziehen mußte, den Be-fehl, sich hinter Kufstein aufzustellen.

Ehe er losbrach, wollte er durch Friedensworte die Tirolerzur Pflicht zurückführen und deßhalb eine Unterredung zwischendem bahr. Obersten Epplen, dessen Frau und Kinder in Inns-bruck gefangen gehalten wurden, und Speckbacher veranstalten,um ihn zur Unterwerfung oder zum Uebertritt zu bereden. Alleinbeides war gleich erfolglos.

Am 13. Oktober war die Division Wrede in Teisendorf ein-