214
Mar v. Hofstetten mit seinen Schützen bemeisterte sich des Stein-passes und verfolgte die überrumpelten Tiroler gegen Unken,machte mehrere nieder und einige zu Gefangenen; OberlieutenantAnton v. Heiligenstein mit seinen Schützen erstürmte das Wirths-haus , wo er bei 30 Gefangene, mehrere Pferde, Munitions-Wagen u. s. w. in seine Hände bekam, und den Fliehenden nachihren Richtungen nachsetzte; Major Seiboltsdorf, der den ganzenVortrab leitete, erreichte mit seinen übrigen Schützen auf derStraße das Mauthhaus, und machte das Verfolgen der Flüchti-gen allgemein. Dann rückte die ganze Colonne unter MajorObermaier nach, während die Compagnie Ziegler von einemlandeskundigen Manne, Andreas Wimmcr, geleitet, auf dassogenannte Schänzel zog, und den zersprengten Tirolern auchhier den Rückzug sperrte.
Die Unachtsamkeit und Faulheit der Führer der Rattenber-ger Compagnie, welche die Alpen hinter Melek hätten besetzenund beobachten sollen, waren die Hauptschuld an dem Gelingendieses Ueberfalls. Speckbacher selbst leistete verzweifelten Wider-stand. Bereits war er zu Boden geworfen, mit Flintenkolbengeschlagen, seine Tasche mit Schriften weggeschnitten, sein llzäh-riger Sohn, der mit ihm auszog und sehr gut schoß, gefangen;dennoch riß er sich los, entkam, wollte nochmals angreifen, alser sein Kind vermißte, allein seine entmuthigten Leute folgtenihm nicht mehr.
Habermaun, an der Spitze der 2. bayr. Colonne, war vomSalinen-Arbeiker Diesbacher glücklich geführt, in der Nacht überdas Gebirg nach Weißbach, dann durch den Bernauer Wald,unverrathen vorwärts gegangen, während wegkundige Leute linksund rechts das Auseinanderverlieren der Colonne während derDunkelheit, in Wäldern, in Bächen und in Felsengruppen ver-hüten mußten. Von der Steinbacher Alpe schlug er sich seit-wärts zur sogenannten Steinbachcr-Mais und nach Bernau, woein Unteroffizier mit 20 Mann zurückgelassen, dann Major Fickmit einer Abtheilung durch den Wald bei Bernau, LieutenantAnton Schack mit 40 Mann auf den sogenannten Melekcrkopfvorgcsandt wurde. Ein Piquet Tiroler, jenseits Bernau ange-griffen, wurde bald in die Flucht gejagt und mußte sich, da esweder durch Bernau, noch über den Melekcrkopf entrinnen konnte,gefangen geben. Als man aber zu Bodenbühel ankam, um die