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Frankreich als Militairstaat unter Ludwig XVIII zehn Jahre nach dem Pariser Frieden / von Leopold von Zedlitz
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26
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26 Erste Abtheilung. Zweiter Abschnitt.

dann sucht sie das Gehölz der Eremitage von Condö auf,zieht sich durch den im letzten pariser Frieden für Frankreichverloren gegangenen Canton von Philippevillc hin und durch-schneidet den Canton von Couvin, dessen größerer Theil eben-falls den Niederlanden überlassen bleibt. Hinter demselbenwird längs dem Großhcrzogthum Luxemburg, die frühere De-partementsgränze zur Landesgränze, bis südlich der StadtSirck, wo mit dem von Frankreich an das Königreich Preu-ßen abgetretenen Theil des Bezirks von Thionville, das Groß-herzogthum Mcderrhein beginnt. Durch diese Abtretung istdie Landesgranze bis an den Wald von Caldnovcn und dieFeldmark des Dorfs Chatcau-Rougue zurückgewiesen, siezieht sich an dem Gehölze von Lafontaine über Forbach hin-aus. Der Canton dieses Namens, so wie der noch mehr süd-östlich gelegene Canton Witsch mit seinem festen Bergschloß,sind der Krone Frankreich geblieben und stoßen mit dem, demKönigreich Baiern gehörigen Nheinkreis zusammen.

Don da an, wo die ersten Fluthen des Meeres die Dü-nen bespülen, beginnen diese Gränzen die Schauplätze merk-würdiger Begebenheiten zu werden. Diese Provinzen scheinenseit Jahrhunderten dazu bestimmt, durch Treffen und Belage-rungen und andere blutige Ereignisse die Aufmerksamkeit derWelt auf sich zu ziehen. Die Helden Condö, Turcnne, Vil-lars, Eugen und Marlborough, und später der Marschall vonSachsen haben ihre Häupter, in Schlachten auf diesen Grän-zen geliefert, reich mit Lorbeeren geschmückt, und dadurch ih-ren Namen der Unsterblichkeit übergeben. In der Nahe je-ner Sandhügcl siel am 10. Mai 1658 eine der mörderischstenSchlachten des kriegerischen Jahrhunderts Ludwig XIV vor;sie war um so merkwürdiger, da sich die beiden Heroen desdamaligen Frankreichs gegenüber standen. Turenne belagertegemeinschaftlich mit den Engländern unter Mylord Lockart Dün-kirchen. Condä, der sich mit einer großen Zahl unzufricdncrGroßen in die Reihen der Feinde gestellt hatte, eilte mit DonJuan von Oesterreich, dem natürlichen Sohne Philipp IV,